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8 (1798) Vermischte Schriften, Th. 2
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242 An Hrn. Rath Becker in Gotha.

zur Ader gelassen wurde, wird mehr wirken, als der mit-bcrührte Unterricht in der Religion, der, so vortrefflichund schon er auch ist, den Landmann doch nur auf dieGränze der Metaphysik bringt, wo die Zweifel ihren An-fang nehmen. Keiner tragt ein Unglück staudhafter, alsder Landmann; keiner stirbt ruhiger als er;' keiner gehtso geradezu iu den Himmel, wie dieser; und warum?weil seine Tugend nicht auf Sylben, sondern auf Total-eindrücken der Schöpfung, die er so wenig in deutlicheBegriffe auslosen als mit Worten bezeichnen kann, beru-het. Bey der Anatomie der Totaleindrücke geht vielesvon dem Eindruck des Ganzen verloren; und der Mann,der von dem Anblick der wohlthätigen Schöpfung über-wältiget, aus sein Antlitz niederfallt und verstummet,drückt mehr Dank aus, als ein anderer, der sein Glückdem Urheber der Natur in unvollkommenen cndlichcnZah-len vorrechnen kann. Die Wissenschaft des Letztem istLupus der Seele; und dieser kann ihn mit der Zeit vondem Ackerbau abziehen, da nichts so sehr schmeichelt, alsdie Vielwisserey.

Jedoch Ew. werden dieses selbst besser einsehen, alsich es vorstellen kann, und entweder diesem Einwürfe nochbegegnen, oder denselben als erheblich und so weit geltenlassen, als er mit Recht gelten kann. Verzeihen Sieu. s. w.

Moser.

I V. Iu-