Druckschrift 
8 (1798) Vermischte Schriften, Th. 2
Entstehung
Seite
231
Einzelbild herunterladen
 

An Herrn Geh, Kriegsrath Ursinus. -z r

gen, ich weiß nicht in welchen Almanach der neuern Mu-sen aufzunehmen.

Oft habe ich aber gewünscht, daß ein Bürgerunsere alten Volkserzählungcn und tulez, die

zuweilen so kräftig sind und immer noch den Mann er-götzen, wenn er die Freuden der Jünglinge geschmacklosfindet, behandeln mogte. Oft habe ich den h. Petrusmit dcni gedoppelten Schlüssel, und andre Maschinen derchristlichen Mythologie, welche in diesen Erzählungen sowie überhaupt alle Gotter in den? ersten Fortgange derDichtkunst, so gute Dienste thu», bewundert. Und soist es mir ein ausnehmendes Vergnügen gewesen, daßSie den Geschmack unserer Nation hierauf vorbereitenwollen.

Eine dieser Volkserzählungcn, worin Petrus einemSchneider zuläßt, ein Bein von Gottes Fußschemel aufseinen diebischen Kameraden herabzuschlcudern, und Gott,wie er nach Hause kommt und die Ursache erfahrt, ihmdas Wanne! Wanne! zuruft, wenn ich so ha-stig wäre wie du? bringt eine der wichtigsten Reli-gionswahrheitcn dem gemeinsten Manne vor Augen; undder sinnliche gemeine Ausdruck kann schwerlich hoher ge-trieben werden, so sehr auch übrigens gegen die Regelns OLU8 iuterlit, gefehlt worden: wenn man die Zei-ten, wo die Götter noch leichtfertig bey dcrHand waren,mit den unsrigen, wo die Wunderwerke sparsam sind,vergleichen darf.

Die Beichte einer Frau an ihren Mann, welchein unsern Volkserzählungen also schließt:

Er sprach: Geh hin, ich sprcch dich los

Des schweren Sündenfalls;

Doch saß ich nicht an Gottes Statt,

Zch brache dir den Hals!

P 4 hat