II,
Briefe an Herrn Kanonikus Glenn,
i.
Osnabrück, den 24. Juli 1756,
w. — danke ich nachmals gehorsamst für die mirjüngst nach Blankenburg mitgetheilte Nachricht; und ob-schon ein Advokat wie ich, wissen muß daß Sachen vonverschiedener Art nicht mit einander vergütet werden kön-nen: so wage ich es doch Ihnen dagegen einen Auszugaus dem Heldengedichte mitzutheilen, wovon ich dieEhre gehabt habe mit Ihnen in Halbersiadt neulich zusprechen. Ew. sehen daraus,^daß ich einmal in meinenwüthigen Jahren den Porsatz gehabt habe, diesen Dich-ter herauszugeben, und meine Absicht erstreckte sich aufnichts weiter, als auf eine allgemeine Ausgabe aller deut-schen Poeten, welche bis zu Ende des l 5tcn Jahrhundertsgeschrieben haben. Der Herr Geheime Rath von Schwi-chelt hatte mir bereits die Erlaubniß, sämmtliche Sta-denschc Handschriften, welche den Otfried betreffen,und auf der Hannoverischen Bibliothek in 12 Bandenvorhanden sind, zu gebrauchen verschaffet. Durch HerrnAbt Jerusalem standen mir die Wolfenbüttclschen Hand-schriften zu Diensie. Herr Rath Arkcnholz wollte mirvon der Casselfchen Bibliothek das dort befindliche schoneStück mittheilen. Von Leipzig hatte ich vielleicht durchgute Freunde das dortige auch erhalten. Allein nacheinem Ueberschlag meiner Zeit und Kräfte, verzweifelteich an der Ausführung; und seitdem ich mich in Zeit von
N 5 zehn