11 o Briefwechsel mit Friedrich Nicolai.
21.
Osnabrück, den -4. Dec. 1778-
^ie Beschreibung von Berlin hatJhncn, liebster Freund,gewiß mehr Stunden gekostet, als der Leser, der sie inseinem Lchnsiuhle liefet, zahlen und glauben wird; undich danke Ihnen von Herzen für das mir zugeschickteExemplar,
Die Fortsetzung meiner (Osnabrückischen) Geschichteerfolgt hiebci), zu Ihrer Erbauung; aber noch nicht zumDruck. Ich habe sowohl in diesen Bogen, als in dervorhergehenden Ausgabe, noch verschiedenes zu andern.Besonders habe ich noch hie und da zu sehr anticipirt.Wir Autoren sind zu eilig, und befürchten dasjenige zuverlieren, was wir nicht gleich ganz heiß auftischen.
Am meisten befürchte ich, daß manches w's zuveraltet ist, und doch zur Naturgeschichte der -.-r-D'schci.Staatsvcrfassung geHort, uichr recht einle! / .rde.Die Leute werden glauben, ich plaudere zu viel von/ ''er-baun und Diensimannschaft; und doch giebt mir diesesallein den mächtigen, und für eine kleine Landesgeschichtenur gar zu machtigen Faden. Ich kann wir aber nichthelfen: nut der moralischen Schnur ist es Kindcrey inder Geschichte; und alle reißen ab, außer jenem nicht.
Einigermaßen beruhigt mich das Schauspiel inAmerika, welches die Verwandlung, die Deutschland er-litten hat, jedem lebendig vormalt. Hier machen diedrcyzehn Provinzen den Heerbaun, und die reguläreArmee die Diensimannschaft aus. Letztere ist, wenn auchder ganze Heerbann, worunter sie doch nlio relpsKunut geHort, aufgeboten wird, von dem gemeinenAufgebot entschuldigt, ungeachtet sie für Löhnung dient,
und