166 Briefwechsel mit Friedrich N icolai.
Von dcr Recension in der A. D. B>") sage ich nichts»weil sie zu viel Gutes von mir sagt, und der Herr Re-censent hat mir in dem einzigen Stück wahre Gerechtig-keit wiederfahren lassen, daß ich eine gute Erinnerungmit Dank annehme. Diese bewegt mich aber doch, eineErinnerung an das Publikum zu machen, weiche ich hie-be!) schließe und welche zur Vorrede vor dem dritten Theildienen kann.
Ich mogtc nicht gern in dem Verdacht seyn, daßich das pro und contra über viele Gegenstände hie undda mit bloßem Muthwillen behauptet hatte. Sehr wich-tige Lokalgründe haben mich dazu genöthigt, und ichwürde gewiß dem Leib eigen thum einen offenbarenKrieg angekündigt haben, wenn nicht das hiesige Mini-sterium und die ganze Landschaft aus lauter Gutsherrenbestünde, deren Liebe und Vertrauen ich nicht verscherzenkann, ohne allen guten Anstalten zu schaden. Und Gottsey Dank, ich habe mir mit meinem Vortrage nie einenZcind gemacht, und manches durchgesetzt, was Andernunmöglich schien. Sehr viele Stücke in den Phanta-siern konnte ich mit den darauf erlassenen Landesordnun-gen belegen, oder durch die darnach gemachten Einrich-tungen erläutern; aber dieses würde zu weirlaustig ge-worden seyn. Eine sehr kitzliche Sache war es immerfür mich, wenn ich entweder den Präsidenten meinesKollegiums, oder den Herrn Landmarschall, deren Rol-len der Lokallcser kannte, öffentlich zur Schau stellte,und über Sacken, ww'über ich in den Kollegien vortrug,meine Meynung ins Publikum schrieb. Hiezu gehört eineeigene Behutsamkeit und hieran hat der Herr Recensentnicht gedacht. Zur Stelle wußte man meine wahre Mey-nung recht gutz und diejenigen, die ich zum Besten hatte,
lachten
*) Allg, Deutsche Bibliothek, XXXIII, >. S> z.