c> Briefwechsel mit Friedrich Nicolai.
Eine andere Sache liegt mir aber mehr am HerzeinVor einem halben Jahre, wie ich mich eine Zeitlang inBraunschweig aufhielt, wurde ich von dem Herrn AbtJerusalem*) bewogen, dem Herrn Rousseau ineinem gewissen Ton zu antworten **); ich that es, wiesihm meinen Aufsatz, und er sprach davon gegen den Erb-prinzen ***), welcher mich itzt hier in London darum ge-mahnt hat.
Diesen meinen Aufsatz gab ich nachmals dem HerrnLegationssekretar Zink aus Hamburg, welcher mit mirauf der Londner Schinke in Hannover war; und da ichbald darauf Deutschland verlassen habe, so weiß ichnicht, ob er im Druck erschienen ist oder nicht. Es sindwenigstens sechs Monate verlausen, daß ich nichts davongehört habe; und ich vermuthe fast, daß ihn gewissefreye Ausdrücke, da ich doch den Aussatz vorher, weilmeine Absicht nie gewesen etwas gegen die Religion zuschreiben, sowohl durch Hrn. Jerusalem als einen anderngeschickten Theologen übersehen lassen, an der Bekannt-machung in Hamburg verhindert haben. Vielleichthat er es auch vergessen, ungeachtet er ihn mir fast ab-gepreßt hat.
Ich bin also frey genug an Ew. mein Koncept zuübersenden; befürchte aber fast, daß es an einigen Stel-len
*) Moser stand mit dem Abt Jerusalem in vertrauterVerbindung; und seine Tochter, die itzt vcrwirtwcteFrau von Voigts, war von ihrem >7ten Jabre an,einige Jahre hindurch in dem Hause desselben zu Braun-schweig. N.
Schreiben an den Vikar inSavoycn. Mans. Bd. >, S, i oü folgg. 5K-
*") Von Braunschweig, jetzt regierenden Herzog. N.