Gegen den Leibeigenthum,
jener glückliche» Zeit, wo der Hausvater und bisHausfrau die einzigen Regenten waren, und die Frey-heit als der Stand der Wildheit verabscheuet wurde,lebte dahier in G. .wo mau unter den Wurzeln derbejahrtesten Eichen noch dann und wann einige Ruinender alten Burg entdeckt, ein Herr von fünfhundert Leib-eigenen, welche für ihn säeten und arntetcn, und dage-gen von ihm auf das beste unterhalten wurden. Ersorgte für ihre Gesundheit mit eben der Wachsamkeit,womit ein redlicher Hausvater für seinen Viehstand sor-get, und jedes K>»d war wie jedes Füllen ein Zuwachsseines Vermögens. Er hatte Ucberflust durch ihrenFleiß, und sie lebten wohl von seinem Ucberflusse. Die-ses ihr Glück hing nicht von seiner Gnade, sondern vonseinem eignen Vortheil, einem allezei - sichern Grunde, ab;»nd sie konnten immerhin auf eine gute Dcbandlungrechnen, weil ein elender ungesunder Mensch ihmzur Arbeit nichts werth war, und wenn er ihn verkaufenwollte, nur schlecht bezahlet wurde. Wenn er keine Ar-beit für sie hatte, durfte er sie doch nicht mager werdenlassen; daher war ihnen ihr Futter an Fcycrtagen ebensoycwiß als an andern Tagen.
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