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8 (1798) Vermischte Schriften, Th. 2
Entstehung
Seite
87
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Ueber Theorie und Praxis. 87

wie es unmöglich sey, daß ein ganzes Volkeiner gewissen Klasse von Unterthanen den Vorzugdes Hcrrensiandes erblich einräumen sollte;

aufstellen, und einem Jeden, der das Gegentheil in allenLandern Europens sieht, fragen, ob es ihm nicht ganzmöglich vorkomme? Wenigstens fanden sich in der Gesell-schaft, worin der vortreffliche Aufsatz, welcher jene Be-hauptung enthalt, verlesen wurde, mehrere Manner vonguter praktischer Vernunft, die ihn sämmtlich mißver-standen, und schon anfingen auf das Wort eines so gro-ßen Philosophen, die Erbregierung ihres Herzogs alseine erwiesene Usurpation zu betrachten. Andre hinge-gen wußten aus der alten und neuen Geschichte eineMenge von Beyspielen anzuführen, wo das Volk in die-sem oder jenem Herzogthume sich für dessen Erblichkeiterklart hätte, oder doch gewiß erklärt haben würde.

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Es mag leicht seyn *), daß mancher Empirikerauf den Theoretiker mit Verachtung herabsieht, wicHerrProfessor Kant behauptet; indeß hat es mir doch immerso geschienen, als wenn diese Verachtung nicht sowohldie wahren Theoriecn, als vielmehr den Theoretikertreffen solle, der kaum seinen eignen Horizont übersieht,lind nun schon eine Wcltcharte entwerfen will. DieTheorie selbst kann wohl ihren Werth nie verlieren; undwo es so scheinet, da ist gewohnlich der Fall (wicHerrKant sehr richtig bemerkt) daß ihrer nicht genug vor-handen ist. Aber eben diesen Vorwurf mogte ich dew

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5) Als eine Probe einer andern Umarbeitung des Anfangges, deren es mehrere giebt, stehe auch das nachfolgendeFragment hier. N.