Druckschrift 
8 (1798) Vermischte Schriften, Th. 2
Entstehung
Seite
43
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ein Nachspiel.

4?

Harl. Die Schlage wohl; aber den Schimpf

nicht.

Scapin. Nun da ist Rath zu. Höre, ich willDir das Kleid meines Herrn verschaffen. Du weißt, erist Hauptmann, und eine Uniform hat heut zu Tageviele Freyheiten; damit sollst Du diesen Abend zu ihrgehen. Laßt sie Dich nun zum Hause hinaus prügeln,so kannst Du glauben, daß sie die Krone von allen ehrli-chen Mädchen ist. Nimmt sie Dich aber an, küßt undumarmt Dich, so nimmst Du das auf dem Marsche ver-lieb, und weißt wie viel die Glocke geschlagen.

Harl. O mein lieber Scapin, das ist unver-gleichlich. Ich danke Dir tausendmal für Deinen gutenRath. Mache mich nur geschwind zum Hauptmann.Ich brenne vor Verlangen, jene glückliche Tracht Schlagezu empfangen.

Peter. Ich wahrhaftig nicht. In meiner Hei-math probirt mau die Madchen ganz anders,

Scapin. In meiner auch. Aber man bekommtzuweilen etwas, was einem noch weit unangenehmer ist,als eine Tracht Schlage. Nicht wahr, Harlekin?

Harl. O Scapin, Du bist der klügste Schelm,den ich' in meinem Leben gekannt habe. Mache nur ge-schwind, daß ich das Kleid von Deinem Herrn bekomme.Ich hoffe doch nicht, daß er es übel nehmen wird, wennder Schimpf hiernächst darauf sitzen bleibt?

Scapin. O im geringsten nicht. Eben dasKleid, was ich Dir verschaffen will, hat schon mehrmalherhalten müssen. Ich will hingehen um es Dir zu brin-gen. Du mußt mir aber auch einmal wieder zu gefallenseyn, wenn Dst nun ein Ehemann seyn wirst.

( Scapin geht ab.)

Sechster