ein Nachspiel.
4?
Harl. Die Schlage wohl; aber den Schimpf
nicht.
Scapin. Nun da ist Rath zu. Höre, ich willDir das Kleid meines Herrn verschaffen. Du weißt, erist Hauptmann, und eine Uniform hat heut zu Tageviele Freyheiten; damit sollst Du diesen Abend zu ihrgehen. Laßt sie Dich nun zum Hause hinaus prügeln,so kannst Du glauben, daß sie die Krone von allen ehrli-chen Mädchen ist. Nimmt sie Dich aber an, küßt undumarmt Dich, so nimmst Du das auf dem Marsche ver-lieb, und weißt wie viel die Glocke geschlagen.
Harl. O mein lieber Scapin, das ist unver-gleichlich. Ich danke Dir tausendmal für Deinen gutenRath. Mache mich nur geschwind zum Hauptmann.Ich brenne vor Verlangen, jene glückliche Tracht Schlagezu empfangen.
Peter. Ich wahrhaftig nicht. In meiner Hei-math probirt mau die Madchen ganz anders,
Scapin. In meiner auch. Aber man bekommtzuweilen etwas, was einem noch weit unangenehmer ist,als eine Tracht Schlage. Nicht wahr, Harlekin?
Harl. O Scapin, Du bist der klügste Schelm,den ich' in meinem Leben gekannt habe. Mache nur ge-schwind, daß ich das Kleid von Deinem Herrn bekomme.Ich hoffe doch nicht, daß er es übel nehmen wird, wennder Schimpf hiernächst darauf sitzen bleibt?
Scapin. O im geringsten nicht. Eben dasKleid, was ich Dir verschaffen will, hat schon mehrmalherhalten müssen. Ich will hingehen um es Dir zu brin-gen. Du mußt mir aber auch einmal wieder zu gefallenseyn, wenn Dst nun ein Ehemann seyn wirst.
( Scapin geht ab.)
Sechster