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8 (1798) Vermischte Schriften, Th. 2
Entstehung
Seite
36
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z6 Harlekins Heirach;

doch ein jeder, vielleicht selten mit Recht, daß er einesaufgenommen habe. Herr Barthold, Herr Barthold!eine hübsche Comödiantinn ist wohl selten, selten, selteneine Kirsche woran nicht schon ein Vogel gebissen hat.

^Barth. Possen! es ist kein hübsches Mad-chen in der Welt, wovon man nicht eben diese Vermu-thung hat. Nicht, weil sie geschwinder Feuer fangt,als eine andere, sondern weil sie Tag und Nacht ver-folgt und also leicht einmal im Schlummer überrumpeltwird. Wer sich aber daran stoßt, der mag zu seinerStrafe eine Häßliche nehmen, und versichert seyn daßsie vor dem ersten Loche gefangen werde. Sie wird dieEhre, das Glück und das Vergnügen, in ihrem sterb-lichen Leben auch einmal angebetet zu werden, so ver-liebt erkennen; sie wird so besorgt seyn den Vogel nichtzu verscheuchen; sie wird so bange seyn, die einzige Ge-legenheit zu verlieren; sie wird so fertig seyn, ihre ver-gängliche Waare an den Mann zu bringen, daß ich nichtEines auf sie, aber wohl hundert auf ein hübsches Mad-chen verwetten wollte, das die Wahl unter tausend Käu-fern hat. Und dann, mein lieber Harlekin, ist es einebestialische Sache, eine garstige Hexe und doch keinebraune Kruste zu bekommen. Für Kolombinen will ichallenfalls Bürge seyn.

Harl. Die Bürgschaft ist in der That etwaSbedenklich. Ich hatte für meine Mutter nicht einstehenmögen.

Barth. Ich mag die Grillen nicht langer anhören.Kurz und gut, Sie nehmen sie, oder nehmen sie nicht;einige Gefahr werden Sie allemal laufen. Doch,warten Sie, wir wollen heute einmal den Freyer vor-stellen. Sie sollen der Bräutigam, und meine TochterKolombine Ihre Braut seyn. Sie können siedabey auf

die