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8 (1798) Vermischte Schriften, Th. 2
Entstehung
Seite
32
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Harlekins Heirach;

H a r l. ( in fremdem Toi») Hochcdelgeborner undGestrenger

Barth. Daniit geht schon wieder eine Mi-nute hin.

Harl. Sie erlauben großgünsiig

Bart h. Wieder eine Minute.

H a r l. Daß ich mir die Freyheit nehme

Bart h. Noch e i n Wort von solchem Schlage,und ich prügle Dich zum Dinge hinaus.

H a r l. (im gewöhnlichen Ton) Ich komme, HerrBarthold, wegen Ihrer jüngsten Tochter Kolombine; siegefallt mir -

Barth. Gehorsamster Diener, gehorsamsterDiener, mein werthester Herr Harlekin! Verzeihen Sie,dast ich Sie sogleich nicht gekannt habe. Meine Augenvergehen mir allmählich, und Sie redeten mir in einemsolchen Candidatcnstil, den ich an Ihnen nicht ge-wohnt bin.

Harl. Ich kann hcirathen, ich muß hcira-thcn, und ich will heiratheN.

Barth. Nun, das ist kurz. Das sind drehHanptursaehen, die nicht von allen Leuten so recht ver-standen und empfunden werden. Was gedenken Siedenn aber Ihrer künftigen Witwe zum Leibgcdinge aus-zusetzen ?

Harl. Erstlich, gedenke ich nicht vor ihr zusterben.

Bart h. Das ist freylich ein guter Vorsatz; alleindie Ausführung kommt bisweilen gar sehr auf die Frauan: diese hat vielerlei) Mittel, einen ehrlichen Mann indie Grube zu bringen, ohne Gift und Messer. Der

meini-