342 Wann und wie mag eine Nation
Nun fragt Herr K * *: „ Wer sind doch wohl„die ersten Vesitznehmcr eines Landes? Sind es die er-„stcn Jäger oder Hirten, die sich in einem Lande nicdcr-„ ließen ? Oder gehören auch die ersten eigentlichen Anbancr„ des Landes mit dazu?"— Mein, meine ganze Behaup-tung heißt ja im Grunde weiter nichts, als: der Eigenthü-mer ist überall früher gewesen als der Pachter; der Guts-herr eher als besten Bauer. Welchen Standes Dieseroder Jener gewesen, wie er geheißen, und wann er ent-standen: sind Fragen, die nichts zur Sache thun.
Herr K * * fragt weiter: „Können die Einwohner„der Städte nicht mit dazu gerechnet werden?" . . .Ich antworte: Nein, gerade aus der Ursache, weil siekeine achten Landcigenthümcr sind, und ihrer Verfassungnach, als Bürger, höchstens einen Kohlgarten besitzen,der bey bemHecrbannsrataster in die Brüche fallt. Mansieht es jeder Stadt, und in Westphalen jedem Dorfebeym ersten Anblick an, daß sie zu einer Zeit entstandensind, wo das Land worin sie liegen, bereits gethciletwar, und sie sich nicht mehr nach Nothdurft ausdehnenkonnten. Jager, Hirten und Landbancr hasteten ehedemdergleichen Nester, wie die Franzosen die Bastillc *),oder wie die Fürsten die Verbindung mehrerer Städteunter einander. Einzelnen Andauern sind die auf einemFlecke versammelten und verbundenen Menschen eben sogefahrlich, wie mehrere verbundene Städte den Fürsten.
Ein
*) Als die Bürger der Sta'>t Köln sich mir den Tenkte-rern vereinigen wellten, war von Seiten dieser dieerste Forderung: mueos coloniae,ntetH serrabatis! bili. Üb. 4. c. 64; und das
bekannte: na pari guiclem lnrer 5s iuncras seclez-zeigt, daß sie auch keine Dorfer dulden wollten. DieUrsachen hieven habe ich in den PatriotischenPH an taste en, Th. II. S. 1 ausgeführt.