Virgil und Tintoret.
Äbirgii und Tintoret haben uns, wie bekannt ist,den Brand von Troja") geschildert; und es istein wahres Vergnügen zu sehen, wie diese beiden großenMeister in der Dichtkunst und Malerei) die Gränzen ihrerKunst gekannt, und die Schwierigkeiten welche sich inihrem Wege fanden, überwunden haben.
Virgil, der als Dichter eine fortgehende Hand-lung zu malen hatte, fangt gleich mit einer umständli-chen Beschreibung des hölzernen Pferdes an, das dieGriechen vor Troja erbaueten, und mit dessen Hülfe sienachher in die Stadt kamen. Hiermit und mir den dazugehörenden Episoden füllet er an die dreihundert Verseaus. Bey ihm ist also das hölzerne Pferd die grstßteFigur auf dem Vorgrunde seines Gemäldes. Tintorethingegen, welcher nur einen Augenblick der Handlungmalen konnte, sieht das schreckliche Schicksal Priamsund der königlichen Familie, welches der Dichter, dervon einem Unglück zum andern steigt, in seiner Ordnungerst gegen das Ende erzählen kann, als seinen Hauptge-genstand an. Ihm ist ein hölzernes Pferd kaum der An-zeige werth; daher hat er dasselbe in der äußersten Ent-fernung auf den Hintergrund am Hafen gesetzt, wo manes kaum entdecken kann.
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*) Der Herr Domscholaster von dem Busche inMagdeburg besitzt itzt das Gemälde von Tintoret, wel-ches ich vor etwa zr> oder 40 Iahren mit dem Virgil inder Hand betrachtet habe.