2Z4 Geschichte des Cbllesiatstifts
Die Pfarrkirche zu Wiedenbrück war von denältesten Zeiten her eine bischöfliche Capellaney *); dasist, sie war mit einem Erzpriestcr *") besetzt, der meh-rere Kirchen unter sich hatte, und der dieser seiner hohemWürde wegen zur Ehre eines bischoflichen Capellans ge-langet war. Dergleichen Capcllaneyen, welche keinemandern als einem Domcapitnlaren zu Theil wurden,waren von den ältesten Zeiten her vier, als zn Dissen,Bramsche, Melle und Wiedenbrück; und man gerathauf die Vermuthung zu glauben, daß die übrigen Gegen-den unsers Sprengels, worin, wie leicht zn erachten,ebenfalls Erzpricsier waren, zu Zeiten des Grafen Cob-kens davon abgerissen und an Corvey und Herford gcle-get worden. Denn eine andere Ursache, warum nichtmehrere bischöfliche Capellane gewesen, und warum be-sonders kein einziger Capellan in dem ganzen, von Cor-vey dem hiesigen Stifte anfanglich entzogenen, Nord-lande, welches das jetzige Amt Fürstenan mit dem größ-ten Theile des heutigen Niederstifts Münster befasscte,angetroffen wird, laßt sich schwerlich angeben ***).
Dieser
*) Indem Vergleiche von 1258 beym Erdman, heißtes, daß die Kirche zu Wiedenbrück 2 polma bunäalionseine Capellaney gewesen.
**) Von den an Herford und Corvey abgetretenen Kirchenheißt es: LuCliiitbö (Bünde) cum lulsiectis iidleccleliis — Uilcbbeclce cum c>mulbu8 aci sie xeori-nontilms dasilicis. — Solche Hauptkirche» nun, worun-ter mehrere geHorten, waren mit Erzpriestern besetzt;und diese wurden aus dem Domcapittel genommen, dasdenn darauf einige cm-aws hielt.
"") Man denkt sich leicht, daß die Capcllaneyen zu Dis-sen, Melle, Bramsche und Wiedenbrück einen gutenTheil der herumgelegenen Kirchen unter sich begriffenhaben; findet aber auch, daß die Aemter Wittlage,
Hunre-