Recensionen vom Deutsch. Nationulgeist. 229
vierte, worin der Beweis geführt wird : daß der deut-sc he Nationalgcist noch eben derselbe sei), sind beide kei-nes Auszuges fähig; indem alles in einer Sammlungvon kontrasiirendcn Gruppen, besteht, und einer Kari-katur von Hogarth gleich sieht. Wir bemerken nurüberhaupt dabey, daß der Pinsel hier etwas harter undsteifer als in dem vorigen streiche. Eins wollen wirjedoch daraus anführen. Der Verfasser wirst beyläufigdie Frage auf: wie es in Deutschland aussehen würde,wenn das Oberhaupt alle, und der Reichsfürst keineMacht hatte? und beantwortet sich dieselbe folgenderGestalt: „Die ganze Folge davon würde die seyn, daß„ die heimlichen Thränen, welche von vielen Vätern des„Vaterlandes ihren Unterthanen zu allerhand wahrhaf-„tig landesfürstlichem Gebrauche ausgepreiset werden,„als zur Ehre Gottes, zur Errettung ihrer sonst ver-dammten Seelen, zur Erhaltung einer Vorläuferinn„ oder Begleiterinn des Ehestandes, zur Erbauung der„ Wassermühlen auf den Gipfeln der Berge, zur Errich-„tung einer chrisifürstlichcn Parforcejagd, zur Bereiche-rung eines Halbenhunderts Landläufer unter allerley„ geistlichen und weltlichen Titeln, zur Anwerbung einer„ Armee Marionetten, welche die Hälste der Landescin-„ wohner ausmacht, und nicht eher in Bewegung geräth„als wenn die Jahrszcit zur Desertion bequem wird, zur„Bezahlung eines unglücklichen Points, der Standes„und Herkommens halber gefetzt werden mußte, daß,„sage ich, diese Thränen, die itzt aus einem Ueberrcsie„von angewohnter, dnrch die bessern Vorfahren vcrdicn-„ ter Liebe in Winkeln heimlich fließen, dann über Stadt-„halter, Kammcrherrn, Hoffchranzcn, Verschnittene,„und alles das liederliche Gcsindcl, das in Asien die„Menschen plagt, und unter den ersten römischen Kai-
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