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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
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190
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192 Schreiben über die Deutsche Sprache

sind, wird hoffentlich in unserm Vaterla äw emc ge-ringe Zahl seyn; und wenn von einem Volksstücke dieRede ist, so muß man den Geschmack der Hoflcute beyScire setzen. Der beste Gesang für unsre Nation istunstreitig ein Bardit, der sie zur Vertheidigung ihresVaterlandes in die Schlacht singt; der beste Tanz, dersie auf die Batterie fuhrt; und das beste Schauspiel,was ihnen hohen Muth giebt: nicht aber, was demschwachen Ausschusse des Menschengeschlechts seine lee-ren Stunden vertreibt, oder das Herz einer Hofdameschmelzen macht. Jenes ist gewiß der Vortheil, dender Konig von allen schonen Wissenschaften fordert, undwelchen Sulz er als den einzigen und würdigsten vonihnen betrachtete; es ist der Vortheil, den Glcim inden Liedern des Preußischen Grenadiers so glücklich er-reichte; und ich glaube, daß es der einzige wahre sey,den man für ein Volk, wie das Deutsche ist, sackenmüsse. Der entnervende Gesang, der wollüstige Tanz,und die entzückenden oder bezaubernden Vorstellungenmögen Völkern gefallen, denen sie besser als uns dienenund bekommen; in denen aber auch der Konig nicht dieHarte, nicht die Dauer und nicht das Herz seiner Gre-nadiere finden wird. Hier kann ich es auf den Aus-spruch seines eignen Ministers des Herrn von Herz-bcrg ankommen lassen.

Die wahre Ursache, warum Deutschland nach denZeiten der Minnesinger wieder versunken, oder so langein der Kultur seiner Sprache und der schonen Wissen-schaften überhaupt zurückgeblieben ist, scheinet mirhauptsächlich darin zu liegen, daß wir immer von la-teinisch gelehrten Mannern erzogen sind, die unsre ein-heimischen Früchte verachteten, und lieber Italiänischeoder Französische von mittelmäßiger Güre ziehen, als

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