oder Vertheidigung des Groteske . Komischen. 107
Glcichlaut erwecken könne. Allein um deswillen, daßein kleinerer Geist als Voltaire Fehler begehen konn-te, halt' ich Dryden nicht berechtiget die Einheit desTons zn verwerfen. Die Erziehung dampfet alle Lei-denschaften zu einem eignen Wohlstände, und eineKöniginn wird immer erhabner als eine Bäuerinnschimpfen. Die Schaubühne in? Trauerspiel ist derHofsaal, und wer darin den Zutritt hat, von dem wirdAnstand, diese Wölkung aller Handlungen, in seinenheftigsten Ausschweifungen vermuthet. Zur Zeit H 0-mcrs war der Vorsaal eines Koniges mehr gemischt,und Prinz Telemach lebte mit dem Kuhhirtenvertraut.
Uebcrhaupt aber zeugt es von der Große desMeisters, der immer die Gerichtsbarkeit seiner Kunsterweitert, wenn er alle mögliche Gegenstände in den all-gemeinen Gesichtspunkt seines Stücks bringen, undeinen Eyerkuchen so heben kann, baß er in einem ernst-haften Heldengedichte kein Mißtheil wird. Dü'scs sindMcistcrzüge; und man gebe G r a n n alle dem Anscheinnach widrige Tone: durch seine Gcschicklichkm wird ersie alle vereinigen, und in einen Hauptton auflösen.
Inzwischen hatte ich doch Lust, mir für meineWenigkeit die Anmerkung des Dryden zu Nutz? Zumachen. Denn die groteske Malerey ist dem Sonder-baren günstig; und ein prachtiger König, wenn ich ihn,wie der Maler den Hund zur Opferung, schildrc, kgnnunmöglich zu einem solchen Mißtheil in meinen Gemäl-den werden, als der Arzt in: Scjan des Ben - I 0 h n-sons: weil sein Pinsel an weit strengere Regeln alsder mcinige gebunden ist. Bey mir kann ein Misch-masch verschiedener Naturen zur Noch ein groteskesQuodlibet heißen, und in solcher Art mit durchwischen.
Der