oder Vertheidigung des Groteske - Komischen. 85
ganz eingerostet war, in eine gemeinnützige Bewegunggebracht haben. Wenn lch also nach meiner gewöhn-lichen Unparteilichkeit urtheilen soll: so müssen junge,verliebte, andäcktige Hcloisen, und andre Personen,zur Zeit wo ihnen eine sanfte angenehme Rührung will-kommen ist, das Tranerspiel besuchen; wer sich in einerzur Freude ohnehin ziemlich geneigten Gemüthsverfas-sung findet, der wird am besten thun sich die Molieri-schen Komödien zu erwählen; und diejenigen welcheheute den Ton der guten Gesellschaft zu hören wünschen,mögen ihre moralische Seele an dem rührenden Lustspielweiden.
Allein, nun ist noch eine nicht unfruchtbare Artmenschlicher Geschöpfe übrig, welche in ihren besten Au-genblicken nach meiner Hülfe lechzen. Auch die streng-sten Richter werden nicht leugnen, daß sie bisweilenStunden haben worin sie nicht denken, nicht lesen, undso zu sagen nichts empfinden können, was nicht mitHanden gefühlt werden kann. Es sind Stunden, wodas so sehr gerühmte weise Lächeln unmöglich ist, woein allgemeiner Druck von Schwermuth den tragenKörper belastet, und die göttliche Phyllis mit ihren ent-zückenden Bewillkomnittngcn den steifen Muskeln kaumeine kaltsinnige Höflichkeit auspreßt. Der ermüdete Ge-lehrte gähnet in seiner Abendstunde, und das jungeHerrchen fühlt schon kein Vergnügen mehr die Gefan-genschaft des Königs in der tapezierten Mausefalle *)zu lesen; der überlaufene Staatsminister seufzt nacheiner Erlösung; und die von einer schweren Mahlzeitaufgehobene Freyfrau ist unschlüssig, ob sie spielen oderin die Komödie gehen will, weil die Fehler ihres Näch-
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*) eVü gnel Lome! und noch einmal /elr goek Lome!cle dkr. Lrcö/7lo» üls.