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Harlekin
Orts begreife gar nicht, was man mit jenem Ein-würfe gewinnen wolle. Die Oper ist eine Vorstellungaus einer möglichen Welt, welche der Dichter nach fei-nen Absichten erschaffen kann, wenn er nur im Standeist selbige dem Zuschauer glaublich zu machen. Dieeinzige Natur, welche wir in unsrer wirklichen Welthaben, ist zu enge für die Einbildung des Dichters,und Alles was der Opernschöpfcr von dieser ohne Nothentlehnt, zeugt von seiner Schwache. Es würde lacher-lich seyn, wenn die Opcrngöttcr gleich Adams Kindernsprachen, indem daraus eine Mischung verschiedncrNaturen entstehen würde. Die Opernbühne ist dasReich der Schimären. Sie eröffnet einen gezauberrcnHimmel; und da die Engel in ihrem seligen Aufenthaltbestandig singen sollen, so müßte die Einbildungskraftdesjenigen Operndichters sehr matt seyn, welcher seinenGottern diese Art des höhern Ausdrucks und die Harmonie der theatralischen Sphären entziehen wollre. Eskann also der größte Lobspruch den man einer Oper,oder einem Heldengedicht, welches seine eigne Welt hat,geben kann, eben darin bestehen daß beide in Verglei-chung unsrer Welt völlig unnatürlich sind. Und in die-ser Absicht sagt Pope vom Shakcspcar, daß manletztern beschimpfe wenn man ihn einen Maler der Na-tur nenne, da er vielmehr ein Schöpfer neuer Urbildergewesen *). Aber wiederum zum Tcrt! Kluge Leserwerden schon merken, warum ich diesen Entwurf infremdem Namen vorgebaut habe.
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