Harlekin od. Vertheil, d. Groteske-Komischen. 71
mich eben nicht ein Schriftsteller zu werden. Ich habediese allgemeine Schuld der Natur vor meinem sicben-zigsteu Jahre schon bezahlt. Allein das Vergnügen,auch in meinem hohen Alter kein Sonderling zu seyn,und vor Andern etwas klügcrs zu schreiben, hat daraneinen desto großem und gerechter!! Antheil. Mochtennur auch meine Leser nicht zu viel Vernunft darin fin-den! Dieses würde mir sonst um so viel naher gehen,je größere Mühe es mir gekostet, dieser Krankheit derAlten zu entgehen. Vielleicht sind andre Schriftstellerhierin glücklicher; ich aber nmß zu meiner eignen Schan-de gestehen, daß es mir manchen schwermüthigen Au-genblick gekostet, als ein ertraglicher Narr zu erschei-nen. Allein ich will mich hier der so rühmlich übcr-wundnen Zeiten nicht wieder erinnern. Der Wunsch,solche von neuem zu überleben, möchte sonst meine ge-genwärtige Beruhigung schwachen. Wenn ich nichtirre, so wollte ich eine Vorrede schreiben. Meine Le-ser werden es aber meinen Jahren verzeihen, daß iches vergessen hatte.
Die Herren Gelehrten mögen bisweilen seltsameEinfalle haben. Denn in der Zeit, daß Kaiser, Kö-nige, Fürsten, Grafen, Freyherren, Ritter, Rathe,Kaufleute, Handwerker, und welche ich hier billig zu-erst nennen sollen, Frauenzimmer und Geistliche, sichvor meiner Schaubühne cinfinden , und mir ihren un-verdächtigen Beyfall durch ein offenherziges Lachen be-zeugen; in der Zeit, daß der Bischof seine Gemeinde,der Staatsminister seine neuen Vorschlage, der Feld-herr seine Schlachten, und der alte ehrliche SanchoPansa seine Statthalterschaft bey mir vergißt: so sitzt
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