56 DerWcrlh wvhlgcwoancr Neigungen.
Aehnlichkeit des Glaubens umfasset haben würde, wenner unter jenen entfernten Zonen gelcbct, wo die gött-liche Offenbarung erst in spatern Zeiten gewirkt hat.
In solchen edlen Empfindungen dauerte er seineschmerzhafte und langwierige Krankheit aus, bis sichendlich die Stunde unvermerkt näherte, welche die letzteeines so glücklichen Lebens seyn sollte. Sein Hauswar bestellt; die Pflichten waren erfüllt, welche er derZeitlichkeit noch schuldig war; und die Hoffnung einerfrohen Ewigkeit begeisterte seine Brust zu mächtigenEntschlüssen, welche durch menschliche EmpfindungenNicht geschwächt, sondern nur zärtlicher und rühmlichergemacht wurden. Die fehlschlagende Erfüllung so vie-ler mit Entzückung überrechneten Glückseligkeiten, welchemit dem süßen Vatcrnamen verbunden sind, und beydem Anblick einer liebenswürdigen Gattinn von neuementstehen, erhielt zwar von seiner Zärtlichkeit eine heim-liche Zähre. Sie würde aber heißer geflossen seyn, wennnicht die göttliche Weisheit ihre Prüfung vollendet,und einen Augenblick zu seiner Auflösung erwählt hatte,in welchem ihn Gemahlinn und Kinder der Ruhe über-lassen hatten. Eine harte, aber unendlich schätzbareWohlthat für denjenigen, welcher'den Werth seineskebens, als Freund, als Vater, als Gemahl empfun-den, und jetzt Alles ruhig zu verlassen wünschet!
Sanft neigte er sein Haupt den Seligkeiten entge-gen, welche die Religion nur Christen entdeckt und ver-sichert, wenn die Zukunft ihre nächsten Entwickelungenden kühnsten Muthmaßungen der Weltweiscn verhüllet.Seine letzten Worte flössen aus der erhabenen Andachtund aus dem liebreichen Vertrauen auf seinen Erlöser,welchem seine Leidenschaften geheiligt waren. Eine
feyer-