Justus Mösers. 107
duciren wußte, die Natur arbeite von innen heraus,um nach und nach das Gleichgewicht d.r körperlichenOekonomie wieder herzustellen *). Diese Gedanken,bey ihm zu einer festen Ueberzeugung gediehen,machten, daß er, sobald er seine Beschwerden verspür,te, sich ganz ruhig aufs Bette streckte, um die ver,meinten wohlthätigen Bemühungen der Natur ab«zuwarten, se-bst schlaflose Nächte nicht achtete; denndas Uebel brachte gewöhnlich Schlaflosigkeit mit sich,und er war nicht zu bewegen Mittel zu nehmen,welche die Schmerzen gelindert und vielleicht endlichdie Krankheit ganz gehoben hatten. Er scherzte oftmit seinen Freunden über seine eigene Beharrlich,keit, aber diese gründete sich auf die feste Ueberzeu«gung, daß die Natur das Uebel durch das Uebelselbst heben werde, welches er ganz gewiß hoste, umso mehr, weil die Krampfe von Zeit zu Zeit aufhör,ten, er sich zu bessern glaubte, sich auch wirklich bestser befand, welches bey so dauerhaftem Körper undso gleichmüthigem Geiste nicht zu verwundern war.
Er empfand im Anfange des Jahres 1794einen unbedeutenden Katarrh, der ihm nicht unge,wohnlich war, wobey er sich leidlich befand und zu,weilen bey ziemlich munterer Laune war. In der
') Man sehe im Briefwechsel seinen Brief an mich Nr. ?s.von '? Dec. '785, und das hinter demselben abgedrucktein Mösers Nachlaße gefundene Blatt, desgleichen den fol-genden Brief Nr. z6.