Druckschrift 
7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
Seite
105
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Justus Mösers

bedeutend gesagt von dem Manne, der immer in wei-ser Zufriedenheit lebte, der sich nie von Mißvergnü-gen plagen ließ, daher sich auf solche Wünsche ein,schränkte, deren Erfüllung er in feiner Gewalt hatte.

Möfer geHorte auf keine Weife zu den Man,nern, die im Rufe mehr gewinnen, und dagegen ver,lieren wenn man sie in der Nahe sieht. Er gewannvielmehr sehr, man mochte ihn in kleiner oder großerGesellschaft sehen. Sein Charakter war wahr, abernicht von der rauhen Wahrheit, welche andern lastigwird. Er trug in Gesellschaft jeden andern unddrückte niemand. Er wußte das Eigenthümlicheund das Beste jedes Charakters, der ihm in Gesell-schaft vorkam, bald zu entwickeln, und suchte ihndem gemäß zu unterhalten. Man erzahlt von -Hu-me, er sey still und trocken gewesen, wenn ihn dieGesellschaft, in welcher er war, nicht interestirt ha,be. Möser, obgleich in ungswünfthter Gesellschaftetwas ernsthaft, war immer aufmerksam und fürjede Unterredung gegenwärtig, nie abwesend.oderzerstreut. Doch bemächtigte er sich, selbst unterFreunden, nie herrisch des Gesprächs, vertheidigtenie seine Meinungen hartnackig, hatte nie das An-sehen belehren zu wollen, sondern nur Gedanken znwechseln, und da belehrte er oft am meisten, wegendes Werths seiner Gedanken. Er kannte seinen cige,neu Werth, trug ihn aber nie zur Schau; vonStolz oder Dünkel ganz rein. Sein Witz war lrch