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7 (1797) Vermischte Schriften, Th. 1
Entstehung
Seite
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Iustus Mösers. 99

cher sogar manche Lebebensbeschreiber Genüge zuthun dachten, ohne recht zu wissen, was sie eigent-lich wollten. Bey dem Manne, der seine Brocwij»senschaft zunftmaßig erlernt, oder sein System nachder Schulmethode begriffen hat, um es methodischwieder mündlich oder schriftlich von sich zu geben,kann man auch recht methodisch zeigen, wie er dazukam. Man kann im Hauskalender genau annoti,ren, wann und wie der Garten mit einer blühendenDornenhecke umzogen, und wann sie schadhaft ge,worden und wieder geflickt ward. Aber du fragst,wie es zugeht, daß dieser Obstbaum vor allenandern, die um ihn stehen, so schlank gewachsen ist,daß Stamm und Zweige so gesund, daß bestenFrüchte so vorzüglich schon sind. Ich sage: er ist sogewachsen aus eigener innerer Kraft; setze dich in sei«uen Schatten und geneuß die edlen Früchte. WerMösers Schriften nicht fleißig und cc>n smore gele«fen hat oder lesen will, wird wenig von dem verste,hen, was ich darüber sagte.

Der persönliche Charakter eines Mannes laßtsich für den, der nicht persönlich mit ihm umging,selten recht anschaulich, noch weniger individuell schii«dem, und derjenige, der mit ihm umging, bedarfder Schilderung nicht. Und doch mag der Leser voneinem geliebten Schriftsteller gern, so wie jeden Le-bensumstand, so auch jeden Charakterzug kennen,wenn es auch unvollkommen wäre! Und nur sehr

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