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Leben
sten, aber doch sehr wesentlich von ihm unterschieden.Beide besitzen die reife und maunichfaltige Weltkennt-niß, die unter den Gelehrten aller Nationen nicht sogar gemein ist, unter den Deutschen aber am selten-sten gefunden wird. Beide haben Menschen ausallen Standen kennen lernen, und schildern sie mitgleich großem Talente nach dem Leben und mir leben,digen Farben. Aber jeder von diesen Schriftstellernsah Welt und Menschen aus ganz verschiedenemStandpunkte, beurtheilte sie also auch anders.
Sturz lebte am Hofe und unter Hofleuten;Moser im Geschäftskreise und in der bürgerlichen Ge,sellschaft. Moser kannte die feine Gesellschaft auch,wenn nicht durch den Hof, doch durch die welchean den Hof gehen, und trug auch das Seinige bey,den Ton des Mittelstandes unbefangener und feinerzu machen. Da aber die bürgerliche Gesellschaftweitumfajsender ist, und höhere Zwecke hat als bloßden Ton, so sind auch Mösers Absichten wcitumfas-sender, und gehen mehr aufs Nützliche. Sturzamüsirtesich selbst und suchte andere zu amüsiren, frei-lich mit einer Feinheit, mit einer Weltwissenschaft,mit einer Kenntniß der Konvenienzcn der Lebensartin der großen Welt und in einer leichten Schreibartdieser Konvenienz selbst angemessen, dergleichen vorihm bey keinem deutschen Schriftsteller zu finden war.Sturz, wie ein Hofmann, sah an Menschen undGegenstanden vorzüglich die äußere Seite, so wie siesich in der feinen Gesellschaft mit Vortheile oder
Nach-