Iustus Mösers. 81
deutschen Schaubühne gewichen zu seyn scheint, dadie meisten Lustspiele platte Schilderungen ganz ge-meinen Lebens und ganz gemeiner Charaktere enthal-ten, hingegen im Tragischen so sehr oft sich mchtsals nur plumpe und platte Karrikatur findet, undvielleicht kein einziger Schauspieler vorhanden ist,der den Zollo Ai'iwivlo spielen wollte — oderkönnte!
Möser entwarf auf seiner Reise nach England imJahre 176z ein Nachspiel mit ^arlecin, betitelt:die Tugend auf der Schaubühne, gleichsam einenBeleg zu seiner Vertheidigung des Grvteskekomi»schen. Er sendete es mir aus London mit einemernsthaften Schauspiele; und dieß war der Anfangunserer Korrespondenz, welche den ersten Grund zuder vertrauten Freundschaft legte, deren Andenkenmich noch glücklich macht. Ich gab beide Stückedem Schauspieler Döbbelin, der sie auszuführenversprach, nach vielen Jahren sie nicht aufführte, undsie mir, ich mochte anfordern so viel ich wollte, auchnicht wiedergab. Bloß das Nachspiel ward durchdie Bemühungen eines eifrigen Liebhabers der Litte-ratur endlich wieder gefunden. Ich glaube, ob es gleichals theatralisches Stück wenig Verdienste hat, wirddoch den Lesern nicht unangenehm seyn, daß ich es alsden Nachlaß eines Mannes abdrucken lasse, der bey der
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alt und kindisch wird. Die x-ire eines sechszigiahrigenFranzose», den eine muntere Jugend gern zwischen sichhat, kennt man in Deutschland fast gar nicht.