Iustus Mösers. 6Z
Gehn viel? da gebückt und welken
Zn Elend und in Muh,
Und andre zerren dran und melkenWie an dem lieben Vieh.
Und ist doch nicht zu defendiren
Und gar ein böser Brauch,
Die Bauern geh» ja nicht auf Vieren,
Es sind ja Menschen auch.
Aber freylich wußte Möser auch, daß mit der blo-ßen Warme eines Menschenfreundes wenig ausge-richtet wird; und daß die Großen und Mächtigen,welche sich im Besitze alter Rechte besinden, die durchdie ganzsich? Veränderung der Umstände dem allge-meinen Wvhle schädlich und für ihre Nebenmenschenäußerst drückend geworden sind, erst müssen wo nichtgroßmüthig, doch billig handeln wollen, wenn Hülfegeschaft werden soll; er deutete also gern alle Mittelan, welche dazu führen können, ohne eine nicht zuändernde Verfassung umzustoßen. Mehrere Auf-satze in den Phanrasieen zeigen genugsam, wie gernMofer der edle Menschenfreund alle Unbilligkeitenund Bedrückungen rügte, worunter zuweilen auch
e 2
Z. B. „Also sind die unbestimmten Leibeigenthumsge,„sälle zu bestimmen" im Hl, Theile S, zw. „Gedan-„ken über den Srillsstand des Leibeigenen" im m, TheileS- Z75- „Also sollte jeder Gutsherr seine Leibeigenen„vor Gerichte vertreten, und den Zwangdienst mildern,"im Theile S- ?4?. „Ueber die Osnabrückscheit„Zehnten," im IV. Theile G. z?» ü. N M.