Iuftus Mösers. 57
siel sehr auf, daß Moser die Leibeigenschaft zu ver,theidigen schien. Um zu sehen, daß er hierüber undüber andere Gegenstände nicht anders schreiben konn-te wie er schrieb, verdient seine Vorrede zum drittenBande der Phantasieen nachgelesen zu werden. Ersagt darin unter andern:
„Mir war mit der Ehre, die Wahrheit frey ge-sagt zu haben, wenig gedient, wenn ich nicht damit„gewonnen hatte, und da mir die S.iebe und das„vertrau-m meiner Mitbürger eben so wichtig waren,„als das Recht und die Wahrheit; so habe ich um„jenes nicht zu verlieren und dieser nichts zu vergeben,„manche Wendung nehmen müssen, die mir, wenn„ich für ein großes Publikum geschrieben hakte,„vielleicht?u klein geschienen haben würde — Der„wahre Kenner wird sich durch diese Blendungen„nickt irre machen lassen. — Das Sonderoarste aber„ist, daß man mich daheim als den größten Feind des„Leibeigenthums, und auswärts als den eifrigsten„Vertheidiger desselben angesehen hat"
Wie er hier verstanden seyn wolle, erklärte ernoch deutlicher in einem Briefe an mich vom 24stenJänner 1778*), da er in einem freundschaftlichenBriefe offenherziger sprechen konnte, als öffentlich.Folgendes sind seine Worte:
„Ich wünschte nicht gern in dem Verdacht zu„seyn, daß ich das pro und Lonris über viele Gegen-wände hie und da mit bloßem Muthwillen behauptet„hätte. Sehr wichtige L.okalgrunde haben mich„dazu genöthigt, und ich würde gewiß dem^eibei-
') S. in dem gedruckten Briefwechsel, No. iz.