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4 (1786) Patriotische Phantasien, Th. 4
Entstehung
Seite
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6 Wie man zu einem guten Vortrage

die ich jczt nur mit der herauskommenden Summe zubemerken nöthig habe. Destomchr behalte ich von denfolgenden Operationen, ivorinn sich alles schon mehr zurBestimmung geneigt hat, und der letzte Gewinn dientmchrentheils nur zur Deutlichkeit und zur Erleichterungdes Vortrags. Die Ordnung oder Stellung der Gründefolgt nach dem Hauptplan von selbst, und das Koloritüberlasse ich der Hand, die, was die erhitzte Einbildungnunmchro mächtig fühlt, auch mächtig und feurig mahltohne dabcy einer besondern Leitung zu bedürfen.

Doch will ich eben nicht sagen, daß Sie sich sogleichhierinn selbst trauen sollen. Jeder Grund hat seine ein-zige Stelle, und er würkt nicht auf der einen wie ausder andern. Gesetzt ich wollte Ihnen beweisen, daß dasfrühe Dssponircn sehr mißlich sey, und ficnge damit an,daß ich ihnen sagte:Garrrck bewunderte die Llairon,als Frankreichs größte Actrice, aber er fand es dochklein, daß sie jeden Grad der Rasercy, worauf sie alsMcdea steigen wollte, vorher bcy kaltem Blute und inihrem Zimmer bestimmen konnte«: so würden Sie frey-lich die Richtigkeit der Verglcichung leicht finden, aberdoch nicht alles dabey fühlen, was ick wollte, daß Siedabey fühlen sollten. Garrick disponiere seine Rolle niezum voraus, er arbeitete sich nur in die Situation derPerson hinein, welche er vorzustellen hatte, und über-ließ es dann seiner mächtigen Seele, sich seiner ganzenKunst nach ihren augenblicklichen Empfindungen zu be-dienen. Und das muß ein jeder thun der eine mächtigeEmpfindung mächtig ausdenken will.

Das Koloriten ist leichter, wenn man es von derHaltung trennt; aber in Verbindung mit derselben schwer.Hierüber lassen sich nicht wohl Regeln geben; man lerntes blos durch eine aufmerksame Betrachtung der Natur,

und