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Geschichte der Stadt Duisburg bis zur endgültigen Vereinigung mit dem Hause Hohenzollern (1666) : mit einem alten Stadtplan
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Geusauff. 731

1. Rücksicht auf dic Dauer des Aufenthaltes in einer Klaffe zunehmen, damit nicht die Schüler, welche zwei Jahre adcr länger ineiner Klasse gesessen hätten, zurückblicken und ihnen nicht anderevon glücklicheren Gaben, dic nur ein halbes oder auch ganzes Jahrin der Klasse säßen, vorgezogen würden. Dadurch könnten jene leichtder Studien überdrüssig werden. 2. Es sollten nicht zu Biete zu-gleich versetzt werden, um nicht eine Klasse von allen Tüchtigen zuentblößen; sondern es sollten einige Tüchtige zurückbleiben, um dicWürde der Klasse aufrecht zu halten. — Verfolgt man nun in denListen über die Versetzungen dic einzelnen Schüler, so stellt sich alsüberwiegende Regel der zweijährige Aufenthalt in jeder Klasse heraus.Versetzungen nach Jahren kommen vor, aber ziemlich selten. Inder Prima sitzen viele 2'/^ Jahre. Prämien wurden durch Beschlußder Scholarchen seit 1639 regelmäßig ausgeteilt; für dic 4 oberenKlassen je 2. Bald darauf wurde dic Zahl der Prämien von 8 auf11 erhöht; auch schenkte wohl jemand sonst noch ein Buch zu diesemZwecke. Die dafür bestimmten Bücher waren teils lateinische Klassiker,teils religiösen Inhalts :c.') Dic Quintaner erhielten keine Bücher,sondern die nicht Versetzten unter ihnen wurden mit 3 bis 5 Pfd.Rosinen und Mandeln „erheitert"; im 18. Jahrhundert mitPfefferkuchen. Auch in den oberen Klassen erhält nie ein Ver-setzter noch eine Prämie. Die Versetzungen aus der Primazu den Universitätsstudicn bestimmen dic Scholarchcn und dasLehrerkollegium; doch sollte auch das Publikum sich von der Reifeder Abgehenden Ucberzcuguug verschaffen können. Dazu gab teilsschon das den Versetzungen vorhergehende öffentliche Examen allerKlassen bei seiner Ausführlichkeit ziemliche Gelegenheit, teils zieltedahin auch folgendes: Im Laufe des Halbjahres, gewöhnlich gegendas Ende hin, wurde in der Prima an einem der freien Mittagevon 1 bis 4 oder 5 Uhr eine öffentliche Disputation gehalten, diedurch Anschlag vorher bekannt gemacht war. Einer, der am Schlüssedes Halbjahres abgehen wollte, war dabei der Nespondcnt und hattezu beantworten und zu widerlegen. Dic Themata sind entweder ausdem Heidelberger Katechismus entnommen, oder behandeln Teile

9 Für Ostern 1610 sollten die zu Prämien bestimmten Bücher zu Schiffevon Amsterdam kommen. Da beim Beginne des Examens das Schiff wegenhohen Wassers noch nicht angekommen war, so wurde ein Bote nach Wesel ge-schickt, um es dort aufzusuchen. Er suchte es vergebens. Mittlerweile war esin Ruhrort angelangt, wo dann die Bücher erst einen Tag nach dem Examenvon ihm abgeholt wurden. 9 Die Beteiligung der Scholarchen ist in einemDokumente im Kirch.-Arch. ausdrücklich erwähnt. 9 Gebraucht wurde die lat.-deutsche Ausgabe mit Randglossen und Bibelstellen, welche Th. Vorstins 1604