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s 72. Die Lehrer des Gymnasiums.
Auch an der energischen offenen Sprache dieses Briefes merktman, daß er in Eifer und Zorn geraten kann und einer Nachgiebig-keit nicht leicht fähig ist. Einen ähnlichen Charakter bezeugen einigeAussprüche von ihm in Zinkgräfs deutschen Apophthegmata. Nocheinige Male ist von dem Prozeß die Rede, aber in den spätcrn Jahrennicht mehr; natürlich, da die Provinzen sich von Spanien und demKatholizismus losgesagt hatten. Daß Kämpen ihn gern aufnehmenwolle, bestätigt auch noch ein Brief an Tiara vom Februar 1564.
Seinen Unterhalt fand er, nachdem die amtliche Stellung inDuisburg aufgegeben war, wie aus dem oben mitgeteilten Briefe jazu ersehen ist, aus der Erziehung und dem Unterricht von jungenLeuten, deren er viele ans den Niederlanden bei sich hatte. Indieser Hinsicht ist nach ein Brief an Tiara vom 5. September1563 bemerkenswert. Dem Sohne des Crcmeronius habe er eineHauslehrcrstcllc bei dem siebenjährigen Enkel des ersten Bürger-meisters Bogel verschafft; er werde freie Station haben und dafürden Knaben nur zu seinem Hause zu geleiten haben, sonst seinenStudien obliegen können. Er könne sroh sein, daß er nicht zuCassander käme, da wäre er Laufbursche gewesen, hätte die Küche znbesorgen, die Betten zn machen und zu kehren gehabt und obendreinnoch zwei rechte Mnrrköpfe zn pflegen gefunden (den Bater vonCassander und den väterlichen Freund des letzter», den Abt zu St.Donation Cor». Wontcrs, mit dem er zusammen einige Häuser linksam Eingang in den Poet vom Knüppelmarkt gekauft hatte); außer-dem hätte er da jährlich 8 Thaler zahlen müssen, wenn sie nichtetwas abgelassen hätten. Der Unterricht des Cassander hätte dasaufwiegen können, aber er sei jetzt alt und schwach.
Die Bcrbanuung aber lastete schwer auf ihm, noch schwerer aufseiner Frau; namentlich in den ersten Jahrein schon 1561 sehnep siesich von Duisburg fort. Später freilich war der Frau und denKindern der Ort und die Gegend zur zweiten Heimat geworden;nach Heidelberg, sagt er, würde er seine Fran nicht bringen können;das wäre für sie eine zweite Wanderung ins Exil. Duisburg selbstaber mußte er verlassen. Wie wir unten sehen werden, verlangteman bereits 1562 seine Entfernung. Aus dem Jahre 1572 liegtein Brief des Gcldorp an Eberhard Reidanus in Arnheim vor, derihm zur Annahme einer angebotenen Professur geraten hatte.Castritius macht ihm deswegen Borwürfc, da er ja aus frühererZeit, wo er ihm seine Berwendung bei Sturm in Straßburg an-geboten habe, wisse, wie er darüber denke. Schüler, die er nachStraßburg und Heidelberg entlassen habe, hätten ihn auch öfter