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Geschichte der Stadt Duisburg bis zur endgültigen Vereinigung mit dem Hause Hohenzollern (1666) : mit einem alten Stadtplan
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610 H 68. Der Erbfolgestreit II. 1621—1629.

Im Frühjahr 1622 begann dcr lange vorbereitete Offensivkrieg dcrSpanier. Spinola zog vor Bergen op Zoom, »mßtc obrr noch vor dcrAnkunft dcs Mansfeldcrs dir Belagerung anfhcbcn. In dcm nächstcnJnhrc verhielt man sich beiderseits im ganzen nnthätig; 1624 wurde dieBelagerung von Breda begonnen und im folgenden Jahre zu Ende ge-führt. Inzwischen nahm Heinrich zum Berg, der nach Eroberung vonJülich zuerst vergeblich vor Psaffcnmütz gezogen war, dann in der Nahevon Wesel ein Lager bezogen hatte, am 17. Juli 1623 nach kurzerBeschießung Goch ein und erhielt dann von neuem den Auftrag,den letzten rückwärts gelegenen Platz, die Pfnffenmütz, den Nieder-ländern zu entreißen. Noch während er selbst vor Goch steht, ziehtsich dort ein Bclagerungskorps zusammen, und in den ersten Tagendcs Januar 1623 wird die Insel mit dem Fort von ihm selbst er-obert. Im folgenden Jahre besetzt er auch Cleve; aber beide Ortewerden, Cleve im September desselben Jahres, Goch Ende Januar1625, von den Niederländern wiedcrgcnommcn.

Verfolgen wir nun, was während dieser Jahre und weiterhinin und mit unserer Stadt geschah.

Die spanische Besatzung wurde beordert, zu dcm in Brabantaufzustellenden Korps zu stoßen. Es war auf Ostcr-Montag, am12. April 1621, da sie auszog. Abends zuvor wird dem Rcgimcnts-führer Don Jnigo de Borgia und dcm stellvertretenden GubcrnatorDon Pedro eine Verehrung gcthan, welche sich, alle Unkosten mit-gerechnet, auf 295 Gulden bclicf. Schultheiß und Meier sindetliche Tage mitgezogen, macht 122 Gulden; 22 Pferde haben dieBngagic gefahren, für 3 Tage 143 Gulden; Clas Dalhvff ist langeausgeblieben, bis nach Brabant zu fahren gezwungen, 39 Gulden. —Der Weg ging über die Ncucnkampcr Brücke; um in die Rheinauund nach Effenberg zu gelangen, ging man zum Schwanenthor hin-aus, passierte Graben und Wall und dann links eine Brücke überdie Beck; sie war für diesen Auszug bedeutend verbreitert; demZimmermann waren, wie sich in dcr Rechnung des zwcitfolgcndcnJahres findet, 590 Fuß Planken verdorben. Bei Dcncs am Effen-berg — so hieß das Fährhaus damals, wie noch heute im Volks-mnndc — wurde übergesetzt; für wiederholte Fahrt ist den Fähr-leuten 19 Gulden und den Bürgern, so geholfen, 17 Gulden zu ver-trinken gegeben.

Die Bereitwilligkeit, mit welcher den Spaniern auf den Weggeholfen wird, zeigt, wie gerne man sie ziehen ließ; die Bewachungder Stadt wird nun von den Bürgern selbst übernommen. Den-