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Geschichte der Stadt Duisburg bis zur endgültigen Vereinigung mit dem Hause Hohenzollern (1666) : mit einem alten Stadtplan
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Einigung zwischen Brandenburg und Pfalz-Nenburg. 585

ernannte seinen Bruder, den Markgrafen Ernst, der Pfalzgraf vonNeuburg seinen Sohn, Wolfgang Wilhelm, zum Statthalter. Diesesetzten sich in den Besitz und nahmen die Huldigung im ganzen Landeentgegen.

Die bisher unterdrückte reformierte Kirche wurde natürlich ebenso frei als die katholische nnd erhielt durch die in Duisburg vom7—10. Sept. 1610 abgehaltene berühmte Gencralsynadc von Jülich,Cleve und Berg eine Verfassung. Die Einführung derselben war auchpolitisch von Wichtigkeit. Die reformierte Kirche wurde dadurch nichtnur in sich gefestigt und zum Widerstände gegen die andern Konfessionenmehr befähigt, sondern auch unabhängig von den Niederlanden; bis dahingalt die niederrhcinischc reformierte Kirche als eine Abteilung, einQuartier der niederländischen, und es hat auch seitdem noch langeJahre hindurch weder in den Niederlanden noch im Clcvischen ansolchen gefehlt, die das Herzogtum Cleve den sieben Provinzen alsachte oder als zugewandten Ort anschließen wollten.

Bald nachdem dem Herzog Johann Wilhelm gebührendermaßendurch das Geläute die letzte Ehre erwiesen war, erschien am 6. Aprilin Duisburg Stephan von Hartefeld, um im Namen des Durch-lauchtigen Fürsten und Herrn von Brandenburg die Possessio» zunpprehendiercn; dasselbe thatcn am 11. April pialz-neuburgische Ge-sandte. Wenn man die Zuneigung der Stadt nach den aufgewendetenSummen bemessen will, so hatte der brandcnbnrgischc Gesandteein wenig voraus: für ihn werden etwas über 40, für diesen44 Gulden ausgegeben; der Unterschied ist indes nicht erheblich genug,um darnach die Gefühle zu bemessen. Mit Spannung wartete mandann auf den Ausgang der Dortmunder Verhandlungen. Die Stadthatte selbst einen Abgesandten dort und schickte an ihn einen Boten,um zu vernehmen, ob die Fürsten sich verglichen hätten, und als dergünstige Nachricht brachte, erhielt er das ungewöhnliche „Botcnbrot"von 4 Thalcrn. Als dann beide Fürsten von Wesel kommend hiererschienen, zogen ihnen die Bürger in Harnisch entgegen und geleitetensie unter Trommelschlag in die Stadt; die Geschütze waren vor dasThor gefahren und wurden losgcbrannt; kurz, man empfing sie mitallen Ehren und großer Freude. Nicht lange dauerte es, so ver-spürte man auch den veränderten Lauf der Dinge. Noch wurde ander Grenze des Ncucnkamps die Schanze von den Spaniern gehalten.Der Gouverneur Franeois Valcngin erhielt noch am 15. Januareine Verehrung von mehr als 44/z Ohm Wein, ivofür man 361Gulden bezahlte. Trotzdem zeigte er sich so feindlich gegen den