und die Entwicklung der religiösen und kirchlichen Verhältnisse. ,57g
in dm elektischen Landen langt Zcit vor Angriffen. Es bot sich keineHandhabe dazu; Klagen wurden nicht erhoben. Die Bevölkerungwar fast vollständig übergegangen. Der deutsche Orden schloß1571 mit der Stadt ein Ucbcrcinkommcn, nach welchem ergegen Zahlung von 100 Nihlr. jährlich aller Rechte entsage undaller Pflichten ledig sei; ein ähnlicher Vertrag kam mit demJohnnnitcr-Orden zu stände. Infolgedessen ging das Wahlrechtder Geistlichen an den Rat, oder an den Rat und die Scchzchncrüber; nur nahm die Regierung bisweilen das Recht der Bestätigung inAnspruch. Die Berufung traf anfangs, wie es scheint, gemäßigtere Leute.
Allmählich hatte sich jedoch in der Bürgerschaft eine schroffereBckenntnispnrtei gebildet. Das kam teils daher, daß sich unter deinDrucke der Regierung und den Gcwattthaten der Spanier die Gegen-sätze überhaupt verschärft hatten; dann aber auch daher, daß ans denbenachbarten jülich-clcvischcn und kölnischen Landen eine große Mengegeringerer Leute, namentlich Weber und Färber, einwanderten; vielevon ihnen hatten gewiß um des Glaubens willen ihre Heimat ver-lassen und waren nun mit grvßem Ingrimm gegen alles Pnpistischeerfüllt. In den Jahren 1578—1012 sind 405 neue Bürger auf-genommen, leider ist nur von 261 der Beruf angegeben; von diesen261 aber waren 142 Weber, Färber und Pelzer.
Diese fanden an dein Pastor Engering einen Führer. „1590sing derselbe an, das Predigen an den Apostel- und Marientagcneinzustellen, inglcichen das Erklären der ordentlichen Sonntags-Evangclicu nnd Episteln zu unterlassen; worüber er zwar von denScchzchncrn im Namen der Gcmeindc verklagt und zur Rede gesetztwurde, aber er wußte sich so zu verantworten, daß sich die Gemeindezufrieden gab".-) In derselben Richtung ging man 1592 schongewaltsamer vor; in den Denkwürdigkeiten des Alexander Tackheißt es: anno 1592 ist OlrriZtotori Bild durch die „Kordewebcrs"-gescllen niedergeworfen, darauf sind die Altäre eingerissen, ist dieKirche geweißt und durch die Prediger reformiert. H 1597 wurdevom Rate beschlossen, weil die Kirchen also überfüllt seien, daß oftgroße Mengen draußen stehen müßten, durch Beseitigung der „Ständerund Flügel" Raum zu schaffen. Ob es dabei den Eiferern gelungenist, über die dringende Notwendigkeit hinaus katholische Erinnerungenzu beseitigen, wird nicht mitgeteilt.
0 Nergl. S. 562. Düsseldorf, Docrthsche Manuskripte, v. Steinen,Reformationsgeschichte. °h ^1. Düsseldorf. 0 Es sckcint sich hier nm die Marien-kirche zu handeln.