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Z 65, Die evangelischen Prediger.
dic Landdechanten von Jülich-Berg eine Verordnung, wonach sie diePastoren vorsordcrn und sich das Dokument über ihre Anstellungvorzeigen lassen sollen. Wer ein solches nicht habe, solle sich desKirchcndicnstes enthalten. Vielleicht war schon früher ein ähnlicherBefehl nach Duisburg gelangt. Trifft diese Voraussetzung zu, sowäre das schon im April geschehen; denn am 36. April werden nachder Stadtrcchnung beiden Prädikantcn Johannes und Gisbert 2 Thlr.verehrt; was wir jedenfalls einer bcsondcrn Veranlassung, nach unsererAnnahme, der Kündigung zuzuschreiben haben.
Dic Besetzung der Stelle erforderte nach solcher ungewöhnlichenEntlassung jedenfalls längere Verhandlungen. In der Stadtrcchnungvon 1569/70 findet sich darüber unter dem 6. Juli: „Mit deinCommeldncr Billcrbeck gütliche Handlung gcpflcgct der PrädikantcnSalvatvris halben," und unter dem 13. Juli: „Beide Bürgermeistermit Magister Henrika Bomelio gehandelt, sich to dein kerkendiensttv bcgcvcn und sich von dem Commeldncr anncmen to taten"; am24. Juli hat er dann das oben erwähnte Gespräch über seine Lehreund seinen Glauben; 27. und 28. Juli: „Beide burgermeistcr undetliche vom Rat mit dem Commeldncr Billcrbcckc gehandelt vonanncmungc und undcrhaldungc M. Hcnr. Bomclii.
Ueber BommcliuS sind ausführlichere Nachrichten vorhanden.Den Namen hat er von seinem Geburtsorte Bommel im Geldcrland;er wirkte einige Zeit als Priester in Hcrzogcnbusch; von dort flüchtig,trat er in Mörs einen Schuldienst an; 1542 wurde er an dic Schulevon Wesel berufen und dort 1553 zum Prädikantcn befördert. 1559wurde er vom Rat entlassen, weil er sich weigerte, bei amtlichenVerrichtungen den katholischen Chorroek wieder anzulegen, wie es vomHerzog gefordert war. Wenn man hiernach auf den Gedankenkommen könnte, daß er streitsüchtig gewesen wäre, so zeigt sein Auf-treten in den wcsclschcn Lchrstreitigkeitcn durchaus das Gegenteil; erwar Gegner der Züricher und ein Anhänger der Angustana, bekannteaber sin auffallender llcbcrcinstimmung mit der aantsssio küloidallioaimö): „Mein Glaube ist allezeit gewesen und noch heute,daß wir mit unserer Vernunft nicht erforschen sollen, wie hier (beimAbendmahl) empfangen, gegessen und getrunken wird, sondern unfernVerstand gefangen geben müssen unter den Gehorsam des WortesGottes". Im Jahre 1560 wurde er vom Amtmann Freiherr vonCloudt in Friemersheim angestellt. Wie lange er dort geblieben ist,ist nicht bekannt; man darf aber vielleicht aus den oben erwähntenAngaben der Stadtrcchnung schließen, daß er 1570 als Emeritusin Duisburg lebte und aus Gefälligkeit den Kirchcndicnst übernahm.