474
Z öl. Waldordmmg und Walddenutzung.
wäre, gemacht habe. Indessen die Sache wird sich Wohl anders ver-halten. Seine Aufgabe war eine zwiefache, er sollte Salpeter findenund den zu Pulver verarbeiten, oder, wenn das nicht ging, von ge-kauftem Salpeter Pulver machen. Denn Pulver mußte die Stadtunter allen Umständen haben. Die erste Aufgabe war unerfüllbar;der zweiten hat er zur Befriedigung des Rates genügt.
Der große Krieg begrub alle derartige Unternehmungen, diedoch immerhin einigermaßen auf realer Grundlage aufgebaut waren;nach demselben tauchten an den Höfen der Fürsten Alchimisten auf,die zuerst mit Schwindclprojcktcn Gold zu schaffen versprachen, dochallmählich weniger phantastischen Zielen nachjagend hie und da Er-folge errangen.
Im Jahre 1705 wurde Böttgcr, der bis dahin 3 Jahre langseine Gönner am sächsischen Hofe mit Goldmachcn hingehalten hatte,dnrch den Grafen von Tschirnhanscn veranlaßt, aus der in Sachsenhäufigen Thoncrdc Gefäße zu brennen, und es gelang ihm, in kurzerZeit ein vortreffliches Fabrikat, das Meißener Porzellan, zu erzielen.Daß man aber just zur selben Zeit auch in unserer Gegend darandachte, im Jnlandc Porzellan zu fabrizieren, erweist die folgendeEingabe.
Im September des Jahres 1705 richten die Bcrgwcrkcr Joh.Koch, Jakob Beckmann und Johann Aubcry de Mch an den Königvon Preußen das Gesuch, daß man ihnen gestatte, nach Mineralienund Erde zu Porzellan zu graben. Die Bewerber rühmen sich,„dnrch Kunst und Expericnz" die Wissenschaft erworben zu haben,die in der Erde verborgenen Mineralien, wie Silber, Zinn, Kupfer,Eisen, Blei, Kohlen und nützliche Erde zu entdecken und aufzugraben,wie sie im Bcrgischcn schon mit gutem Sueceß zu zeigen angefangenhätten. „Weil uns aber die churpfälzischc Konzcssion schwerer ge-macht wird, wir auch mehr Begierde haben, unsere Kunst in Ew.Königl. Majestät Landen fortzusetzen, hierzu aber exzessive große An-lagen erfordert werden, während das Land dadurch etliche hundertMenschen mehr ernähren könnte: so haben wir Ew. Königl. Majestätdiese allcrunterthänigstcn Vorschläge thun wollen, ans welcher allcr-gnädigstcr Einwilligung wir das Werk zu Ew. Königl. MajestätInteresse und Borteil unter Erwartung von Gottes Segen bei derHand zu nehmen rcsolvicrt sind." Sic ersuchen 1. um die Erlaub-nis zu graben und um Befehl an alle Behörden zur Unterstützung; »»>Freiheit von allen Zehnten auf 10 Jahre; 3. um die übliche An-weisung des für das Bergwerk nötigen Holzes zum auswendigen undinwendigen Bau, auch zur Zimmerung einer Pochmühlc bei de»