Druckschrift 
Geschichte der Stadt Duisburg bis zur endgültigen Vereinigung mit dem Hause Hohenzollern (1666) : mit einem alten Stadtplan
Entstehung
Seite
390
Einzelbild herunterladen
 

390 Die Gemeinde. Bürger, Nichtl'ürger, Mitbürger, Geistliche, Inden.

Daß dieses Vermögen sein Eigentum sei, muß Leiser Mosesvor dem Magistrat beschwören; das darüber aufgenommene Protokollbesagt: Derselbe hat nach jüdischen Gesetzen und Gewohnheiten mittelsLegnng der rechten Hand bis an den entblößten Knöchel ans das 20.Kapitel des 2. Buches Mosis in Gegenwart des dazu bcschicdcncnJuden Nabln Daniel Markus nachstehenden Eid körperlich ausge-schworen:

Adonai, ein Schöpfer der Himmeln und des Erdreichs undaller Dinge, auch meiner und aller Menschen, ich rufe Dich all durchDeinen heiligen Namen ans diese Zeit zu der Wahrheit, daß ich,Leiser Moses, von den in dein übcrgcbencn Vcrmögcnsverzcichiiisgewürdigten »nd mir zugehörigen Sachen nichts erborget habe, nochjemand etwas daran schuldig sei; woran ich keine Unwahrheit rede,sondern es ist also wahr und ohne Gefährde, arge List und Verborglichkeit. Also bitte ich mir, Gott Adonai, zu helfen und zu be-stätigen diese Wahrheit; wo ich aber hieran nicht recht und wahrhabe geredet, sondern einige Unwahrheit, Falsch- und Betrüglichkeithabe gebrauchet, so sei ich haram (verbannt) und verflucht ewiglich,und daß mich des übergehe und verzehre das Feuer, das Sodan undGomorra überging, und alle Flüche, die an der Thorah (Gesetz)geschrieben stehen :c.

Nunmehr bestätigen die Vorsteher der clevischcn Jndcnschaft zuWesel von Amtswcgcn:

1. Daß der Jude Leiser Moses Sohn von dem Schutzjudcnin Duisburg Moses David ist,

2. daß der Moses David noch kein Kind auf das Privi-legium angesetzt hat,

3. daß er das hinlängliche Vermögen besitzet und ordnungs-mäßig bei dem dortigen Magistrat vorgewiesen und beschworen hat,

4. daß derselbe 30 Jahr alt ist und

0. daß gegen seine Aufführung von Seiten der Vorsteher derJndcnschaft nichts einzuwenden ist.

So geschehen, den 4. November 1782.

Und endlich wurde Leiser Moses die Niederlassung und Aus-übung seines Berufs gestattet. Solche Beschränkungen fielen natürlich mit Beginn dieses Jahrhunderts fort.