ß 59. Duisburg unter Adolf von Cleve zc.
seinen Rachfolgcrn hätten sie dann die Zusicherung erhalten, die auchSigismund bestätigt habe, daß sie Pollfrcihcit im ganzen Reiche habensollten! aber gerade das Gegenteil sei eingetreten; sie würben mitStenern nnb Döllen in maßloser Weise beschivcrt, so daß sie mitJeremias ansrnfen müßten: Unser Erbe ist fremden zugewandt,nnsere Wohnnngen sind a» Auswärtige gekommen, die Aeltcstcn sindgewichen ans unser» Thoren, die Jünglinge ans dem Chor derSänger. Denn die Bürger verließen hanfcnweisc die Stobt, nmsich nach anber» Drten z» begeben: Hänser, Blanern nnb Thorcseien verödet.') Wolter Herbortz kehrte »ach der StabtreehmmgMüschen Pfingsten nnb Saeramentstag zurück; die Beschwerde überStraßbnrg hatte Crfolg. Am t>. Angnst l-118 erklärt Rnlm vonBcrsteit, „der meistcr nnb der rait" zu Straßbilrg, baß nachdem Dnis-bnrg sie vor des römischen Königs Hofgcricht gefordert hätte, sie sichverständigt nnb die gegenseitige Pollfreiheit sich Ungesichert hätten. DieDnisbnrger sollen keinen Poll ans ihrer tlngcldkiste, d. i. von einem^nder Wein ^ Schillingpfcnnige geben, noch anch von einem Schiff,das sie zu Straßbnrg kaufen oder mache» lassen, noch anch vonirgend welchem Holz zu Schiffen, anch nicht von irgend welcher Kauf-mannschaft, sondern sollen in Beging auf den Poll wie die von Aachengestellt sein, st
Diesem Ucbercinkommcn ist es wohl gutschreiben, daß der Ber-tr ich von Clsässcr Wein seitdem einen wesentlichen Bestandteil desHandels ausmachte. Im ganzen aber ergicbt sich ans jenem Klagebricf, daß die Verhältnisse der Stadt nicht günstig lagen; und sosind sie seitdem geblieben. Die Klagen über die Verödung der Stadlhören wir wieder im Zeitalter der Reformation in der Bittschrift nmErrichtung einer höheren Schule, hören sie alljährlich in immer vcrstärkten Maße ertönen im zweiten und dritten Jahrzehnt des 17. JahrHunderts, da die Spanier hier lagen.
Inzwischen war der oben angedeutete Bruderzwist in hellenFlammen aufgelodert und zugleich der alte Gegensatz und Zwiespalt mitdem Erzbischof in größerer Heftigkeit als je hervorgetreten. Adolf war,wie gesagt, bestrebt, die clevisch-märkischen Kande ungeteilt beisammenzu erhalten, verfuhr aber seinem jüngeren Bruder gegenüber sehr un-klug und selbstsüchtig: er gedachte ihn so abzufinden, wie seine Bor-fahren den Domprobst Dicdrich abgefunden hatten; aber Gerhard, sohieß der jüngere Bruder, war durchaus nicht willens, sich so bei Seiteschieben zu lassen. 140!) kehrte er von Paris zurück, Ivo er die letzte
st Lagerbuch S. 6t). st 8t. .V. 58. H 12 S. 7t).