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Geschichte der Stadt Duisburg bis zur endgültigen Vereinigung mit dem Hause Hohenzollern (1666) : mit einem alten Stadtplan
Entstehung
Seite
276
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270 s 48. Duisburg unter Agnes von Cleve und Graf Johann.

Duisburg vom Rcichc oingclöst worden konnc, zu Gunsten des Jvhnnnvon Cleve und seiner Nachfolger von 20000 auf 30000 Mark.') Dieskonnte allenfalls geschehen, trotzdem daß Agnes im Besitz der Stadtwar und vorläufig blieb. Aber an demselben Tage verlieh der Königihm auch die Erhebung des Nhcinzollcs zu Duisburg vor dem Waldes)Hier muß notwendig eine Verhandlung mit Agnes vorausgegangensein, infolge deren sie ihm den Zoll überließ. Die Veranlassung dazukönnte darin liegen, daß Gerhard von Berg den Versuch machte, denZoll an sich zu reißen, indem er ihn, als wäre es altes bcrgischesRecht, nunmehr zu Kaiserswerth erhob mit der Erklärung, daß erihn von Duisburg dahin verlegt hnbo/) Agnes wird sich nicht starkgenug gefühlt haben, ihre Sache durchzufechten und sich mit Johannvon Cleve verständigt haben, der es dann durch seine Einwendungenbei Karl IV. erreichte, daß ihm im folgenden Februar die Zoll-erhebung verliehen und der bcrgischc Zoll beseitigt wurde. Dasletztere entnehmen wir daraus, daß erst im Jahre 1377 ein bergischcrZoll zu Düsseldorf, wie er früher von Adolf Vi. zu Duisburg erhoben wäre, genehmigt wurde/) Gerhard von Berg rächte sich dannan Johann damit, daß er im Herbst desselben Jahres mit der StadtDuisburg die alten Verträge der Grafen von Berg über gegenseitigeVcrkchrsfreiheit mit dem Zusätze erneuerte, daß er den allgemeinenSchutz der Duisburger Bürger und die Vertretung ihrer Rechte übernehme, wie sie das begehrten und wie er es seinen eigenen Unterthancn gewährte. Dafür zahlte ihm Duisburg jährlich 50 kölnischeMark oder 25 Real/)

Abgesehen von der Zollerhebung übte also Agnes die Rechteeines Pfandhcrrn ans. Die Zeit ihrer Herrschaft ist an wichtigenBegebenheiten auch für Duisburg reich; leider aber fehlen uns eingehende Nachrichten; aus dem, was anderswo geschah, müssen wir,durch kürze Notizen geleitet, uns ein Gesamtbild zu entwerfen suchen.

In dem Todesjahr ihres Gemahls erscheint der schwarze Tod inSüdcnropa. In Deutschland suchte man sich im folgenden Jahre vordemselben durch die Gcißlcrzügc und Judenverfolgungen zu sichern.Aber ohne Erfolg. Die Pest verbreitete sich im Jahre 1348 von

0 Lac. III 473. Seit wann die Pfandsiimme ans 20000 Mark ange-wachsen war, ist nicht bekannt? dem Diedrich von Cleve war die Stadt fürMM Mark verpfändet? Adolf von Nassan erhöhte die Summe nm 1400 Mark.1315 kamen noch 1000 Mark, 1347 noch 10000 Mark hinzu; bis dahin warenes also 14400 Mark? es müssen also noch andere, uns nicht überlieferte Per-schreibungen stattgefunden haben. 0 Lac. III 473 Note. °) Lac. III 460.0 Lac. III 806. 8t. X. 29. XI. XXVII.