Druckschrift 
Geschichte der Stadt Duisburg bis zur endgültigen Vereinigung mit dem Hause Hohenzollern (1666) : mit einem alten Stadtplan
Entstehung
Seite
253
Einzelbild herunterladen
 

Revnald von Geldern.

4. Dic den Lombarden und Inden zu Duisburg vom Herzog uud

der Stadt gcgcbcueu Briefe sollcu Geltung behalten;ü. Dic Gefangenen, die Hermann von Vitinghofcn und seine HelferlVitinghof bei Essen war im Besitz der Limbnrgcr, vgl. S. 91)gemacht hat und das Bich, das ihnen der Marschall Theuderich»m des Herzogs von Limburg willen weggetrieben haben, werdeer zu lösen sich bemühen und selbst mit bewaffneter Hand dieFricdcbrecher so verfolgen, daß die Bürger wohl erkennen sollten,wie er ihnen hold sei (Dic hier berührten Streitigkeiten sindsonst nicht bekannt);ti. Er werde einen Richter einsetzen, der ihnen und ihm förderlichsei und sie in ihrem Rechte erhalte;

7. Die Zölle am Thor und de» Zins von Land, der vom vcwstorbcncn Herzog versetzt sei, werde er vor Ablauf der be-stimmten Zeit nicht einlösen;

8. Dic ans der Verpfändung ihm zustehenden Einkünfte werde erzu seinem Vorteil verwenden, aber dach so, daß dic Stadt nnddic Bürger davon keinerlei Rachteil hätten.

Die Stadt trat ans seine Seite, und sein Recht wurde allge-mein anerkannt. Aber 1282 im Mai verstarb Irmgard kinderlos;und nun glaubte Adolf V. von Berg (127)9 — 1296), der ältesteZohn des einzigen Bruders Walrams, des Adolf IV. von Bergll247--1259)Z) zur Erbfolge in Limburg wie Duisburg berufenzn sein. Da er aber mit Gewalt sein Recht gegen Rcpnald nichtdurchführen zn können vermeinte, so übertrug er es in Form einerSchenkung dem Herzog Johann von Brabant, dessen Sohn Gottfriedmit Margaretha, Tochter Heinrichs von Windeck, des Bruders vonAdolf V. von Berg, verlobt werden sollte, nnd bat den König Rudolf,den Herzog damit zn belehnen. Dic Vermählung wurde durch denTod des Verlobten unmöglich, aber bei der Ncbertragung blieb es,weil Adolf sich auch einen Kaufpreis hatte zahlen lassen. Aus diesemGegensatz zwischen Rehnald von Geldern und dem Herzog Johannvon Brabant erwuchs ei» Streit, in den fast alle Mächte am Riedcr-rhcin hineingezogen wurden, nnd der zu dem blutigen Kampfe beiWorringen 1288 führte. H Der vornehmste Verbündete oder vielmehrder Führer auf der gcldrischen Seite war Erzbischof Sifricd vonKöln; mit ihm und dein Grafen von Geldern war der Graf vonLuxemburg und sein Bruder Wnlram von Valkcnburg; mit demHerzog von Brabant der Graf von Jülich, der von Berg, der von

') Vergl. oben S. 243 Am». 2 n. S. 37. -) Loe. Archiv III S. 92ff.