Das altdeutsche Datenfeld.
lung liegendes Kastell zu überfallen, das von aller Verbindung mitseinen Landslcuten abgeschnitten war.')
Für Germanen dagegen bot der Ort alles, was zu einer An-sicdlung einladen konnte: Ackerland am Ufcrrand und nach demInneren hin, Weide am Flusse und am Saum des Waldes, undendlich einen Wald mit der herrlichsten Jagdbeute. Und so habenwir denn auch unzweifelhafte Zeugnisse dafür, daß Germanen hier an-gesiedelt waren, che Duisburgs Name in der Geschichte genannt wird.
Vielfach wird die Bedeutung des Wortes Duisburg dafür an-geführt, das Grimm als Burg des Tiu (des germanischen Kricgs-gottcs) erklärt. Aber von Duisburg ist Duissern und Düffel nichtzu trennen; in diesen ist das „s" zum Stamm gehörig, der in derälteren Zeit Dus, hochdeutsch Tus lautet; durch den sogenanntenUmlaut wurde daraus Düs oder anders geschrieben Duis;'ch in Tiu,Ziu dagegen fehlt am Schlüsse der S-Laut. Beweiskräftiger, ja un-anfechtbar ist ein anderer Grund. Von dein östlichen Teile Duissernsan zieht sich der südwestlichen Seite des Berges entlang wenigstenszwei Stunden weit bis nach Großcnbanm ein Gräberfeld, ans demTaufende von Germanen bestattet sind. Eine kleine Gruppe vonGrabhügeln befindet sich, noch jetzt sichtbar, auf der andern Seite desduisscrschcn Berges in dem hohen Buchenwaldc an dem Wege, dervon der Sedanwiesc nach der Monning führt. In dem vorgelagertenFcldtcrrain sind oftmals Urnen ausgcpflügt. Die Leichen wurdenans dem sandigen Wcidcgebict am Fuße des Berges mit edlem Holzeaus dem nahen Walde verbrannt, dann die Reste der Knochen undAsche in eine Urne gelegt und diese auf ebener Erde aufgestellt undum sie von den Stammcsgcnosscn ein Hügel aufgeschüttet, in ver-schiedener Größe, je nachdem Kindern oder Erwachsenen, gemeinenKriegern oder edlen Fürsten die letzte Ehre erwiesen wurde. Bri-tz Der Name Kaßlerfeld könnte anf die Annahme eines Römcrkastellsführen; bis jetzt aber sind dort noch keine Altertümer aufgedeckt; nnd wenn sichdort eins befunden hatte, so würde es ja anf der linken Rheinseite gelegenhaben, tz Dieses Dnis ist einsilbig, die Schreibung mit ni, wie gesagt, nur einMittel, um den Umlaut auszudrücken statt des später herrschend gewordenen ü;ebenso ist Usnso in cnstrn Osnsonis (— Dnseburg, Duisburg) zu erklären,nur daß dieses ein langes n voraussetzt. Vcrgl. W. Wilinanns, DeutscheGrammatik, Straßbnrg, 1893, Z A>2. — Aus einem andern Grunde ist Voeten-hof (im Oderich) dreisilbig, aber nicht diphthongiert zu sprechen, zwischen Vvten-mid Butenhof liegt das richtige; das e ist nur ein dem o nachklingender, das oetwas modifizierender Laut, ebenso wie in Coesfeld nnd Itzehoe. Aehnlich liegtdie richtige Aussprache von Broich zwischen Broch und Bruch; hier ist oi gesetzt,weil das nachfolgende ch gemäß der hier üblichen Aussprache ein i als Borklangzu fordern schien.