Druckschrift 
Geschichte der Stadt Duisburg bis zur endgültigen Vereinigung mit dem Hause Hohenzollern (1666) : mit einem alten Stadtplan
Entstehung
Seite
173
Einzelbild herunterladen
 

K 2,?> Marienkirche »od Teluniniter-Drden.

l 73

Hausarmcn zukamen, verpachtet. Als im Jahre 1590 von deinHochmeister Maximilian von Oestreich dicBaliei Westfalen 3298 Gnld.Türkenstencr zn zahlen aufgefordert Ivnrde, und diese nicht so schnellzusammen zn bringen waren, wurde die Hälfte des Deutsch Ordens-hauses zn Duisburg gegen 1999 Speziesthalcr an Johann Horstorpversetzt; Horstorp entlich zur Aufbringung dieser Summe '<>9 Reichs-thaler von seinem Schwager Otto Thcrmölen; als er nun bald dar-nach starb, versetzte die Witwe die Ordcnsgütcr zur Hälfte anThermalen; daraus entsprangen ärgerliche Händel, „indem die Weibersich untereinander schlugen, und Otto Thermölen des VerwaltersSohn mit einem Messer stach und darüber zum bösen Präjudiz desOrdens von Schultheiß und Bürgermeister gestraft wurde. 1999hat er überdies das Korn nicht- unmittelbar den Hausarmen, sondernden Almoscnpftegcrn entrichtet". Daher wurde 1597 diese VcrPfändung aufgehoben: Die Gebrüder von der Horst bezahlten 2990Rcichsthalcr halb dem Verwalter von Eickel, halb der Witwe Horstorp.Diese Summe abzulösen übernahm 169k Rütgcr von Eickel, und erund sein Sohn haben noch bis gegen Ende des dreißigjährigen Kriegesdie Pachtung fortgeführt; von da an haben wieder Ordensritter dieVerwaltung bekommen, bis im Jahre 1893 der ganze Orden säku-larisiert und seine Besitzungen vom Staate eingezogen wurden.

Das Grundstück wurde 1817 vom Domänenfiskus der Post-vcrwaltnng eingeräumt; nachdem dasselbe durch Ankauf noch erweitertwar, wurde auf demselben das jetzige Post und Telegraphenamt er-richtet und am 5. Dezember 1891 eingeweiht.')

§ 28. Marienkirche und Johanniter-Orden.

Die Johanniter (auch Hospitalbrüder des h. Johannes odervon Jerusalem, später auch Rhodiser- und Maltheserritter genannt)sind aus ciuer Bereinigung von Kanfleuten ans Amalfi, die 1948zum Schutz der Wallfahrer nach Jerusalem gestiftet wurde) hervor-gegangen. Die später gültige Ordensregel wurde 1118 aufgestellt,wo zu den Klostcrgclübdcn auch die Verpflichtung zum Kampf gegendie Ungläubigen aufgenommen wurde. Die Gemeinschaft zerfiel in die

') ( Bon der Heide) Denkschrift S. t<>.