Kal. Brunnen auf dem Burgplatz.
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Frauen gestellt wurden; Fremde wurden dort angebunden, gegeißeltund der Stadt verwiesen, nachdem sie Urfehde geschworen hattenF. h. geschworen hatten, dies der Stadt nicht in Bösem zu gedenkenund sich deswegen nicht zu rächen). Der Pranger befand sich untereincr Linde, deren Zweige gegen Ende des Mittelalters sich laubcn-artig ausdehnten und zeitweise mit Sitzplätzen versehen waren.
Mitten auf dem Platze, wo jetzt das Mcrkatordenkmal sich erhebt,befand sich ehemals ein offener Brunnen, der 1570 erneuert wurde.Im Frühling 1661, kurz nachdem Graf Wilhelm von Nassau mitder niederländischen Besatzung abgezogen und die Stadt für neutralerklärt worden war, ließen die Bürgermeister Gottfried von Schommcrtund Arnold Tack in Köln ein steinernes Kaiscrbild für 62 Dalcrankaufen, für -1 Dalcr den Rhein hinunter nach Rnhrort fahren undvon dort auf Leiter» nach Duisburg bringen, um es auf der Burgaufzustellen, lieber dem Brunnen wurden drei eiserne Viertelbogengespannt und mit Mauerwerk umgeben, in ihrem Vcrcinignngspunktceine eiserne Stange errichtet und mittelst dieser das steinerne Brust-bild befestigt. Der Goldschinied Anton setzte auf den Reichsapfel einkupfernes stark übergoldetes Kreuz und reinigte zugleich das Schwert;der Maler Mntthcis vergoldete das Haupt und den Apfel und er-neuerte zugleich die drei Wappen (das kaiserliche, das klcvische unddas dnisbnrgische). Schon 1640 wurde dem Kaiser die eine Hand»nd später von einem hessischen Soldaten der Kopf abgeschossen, dochdiese Schäden wurden sofort wieder ausgebessert. 1681 stellte MeisterJost den zerbrochenen Kaiser wieder her und bemalte ihn von neuem;1765 endlich waren Brunnen und Statue ganz verfallen und wurdendeshalb fortgeräumt und an ihrer Stelle für ea. 90 Neichsthalcr einePmnpe errichtet, zu deren Kosten die Nachbarn ein Drittel beitrugen,^ie ist erst zu Ende der fünfziger Jahre dieses Jahrhunderts beseitigt.
Wenn 1661 von Erneuerung der Wappen und Reinigung desSchwertes die Rede ist, so läßt das vermuten, daß schon vorheretwas ähnliches da gewesen ist. Auch führt der Stadtsckretär Mer-kntor 166«; unter den Beweisen für die Rcichsfreiheit der Stadt diesvu: Es findet sich Kaisers kRnkna von vielen Lnvcmlis her allhicauf der Burg mit einem vergoldeten Schwert und Reichsapfel in derHand und dem Kaiserlichen Wappen, welches auch am hiesigen Rat-haus und andern öffentlichen Verlern eingehanen ist') (Für sehr altkönnen wir die Sache nicht halten, denn sie scheint eine Nachahmungder anderswo an den Marktplätzen errichteten Karls und Rolands-
6 Duisburger Stadtrcchte, Salvawr-Archiv S. 376.