8 12. Die Veränderung dcS Rhcinlanfs.
paßte. Das Haus des Conrad von Dyck scheint vii der Eckc derBeck- und heutigen Univcrsitätsstrastc gelegen zu haben, Ivo späterdas Katharincnklostcr der Frnnziskaucrinncn und dann die Universitätstand. Bon da ans lief die Grenze über den großen Kalkhof in denOedcrich zum Rhein. Wenn dort die vom Papst genannten Häuserdes Alexander, Lantfrit :e. lagen - und anderswo tonnen sie nichtgelegen haben —, so war der Znsatz nach dem Rheine hin überflüssig.Alles was südlich dieser Linie lag, sollte zur Johannitcrkirchc gehören;da dieselbe damals noch außerhalb der Stadtmauer stand, so war derZnsatz innerhalb und außerhalb der Stadtmauer natürlich (außerhalbbefand sich freilich auch noch der den Johannitern zugehörige Mus-fcldhof). Wollte man die Angabe „nach dem Rheine hin" auf denjetzigen Lauf beziehen, so würde gesagt: von der Univcrsitätsstraßen-cckc zum Rheine hin (also nach Süden) mit den dazwischen liegen-den Räumen und alles Gebiet nach der Marienkirche hin, das istebenfalls nach Süden und zum Rheine hin, was ja widersinnig wäre.
So haben wir hiermit auch die direkte Aussage, daß 1187 derRhein noch im Westen der Stadt am Oedcrich vorbcifloß.
Diese lange Reihe von mittelbaren und unmittelbaren Zeugnissenwird wohl jeden Zweifel an der Behauptung, daß Duisburg ehemals amRheine lag, beseitigen. Dergleichen Berändernngcn des Stromlanfs, wiesie hierbei vorausgesetzt werden, sind in früheren Jahrhunderten nicht selten.
Neuß lag noch 1477 bei der Belagerung durch den Herzogvon Burgund dicht am Rhein, jetzt ist es eine halbe Stunde von dem-selben entfernt, ebenso wie Rhcinbcrg, Büderich und Kanten, die dochehemals alle vom Rhein bespült wurden. Hochhalcn ist noch im16. Jahrhundert von den Rhcinflntcn verschlungen. Man sagt auch,an Mörs sei einst der Rhein vorbei geflossen. Es ist das auch inder That nicht unwahrscheinlich, aber nur für die vorgeschichtlicheZeit. Denn aus den Geschichtsbüchern des Tacitus wissen wir, daßim Jahre 69 nach Christus, zur Zeit des botanischen Aufstandes, vonNeust über Gcldnba (Gellep bei Uerdingen) und Aseiburginm (Burg-feld bei Asberg) nach Kanten eine bis ans den heutigen Tag imWesentlichen erhaltene Militärstraßc führte. Diese Linie hat derFluß abgesehen von einzelnen Ueberschwcmmungcn seitdem nicht mehrüberschritten, und an diese Grenze sind wir bei der Feststellung desalten Rhcinlaufs gebunden. Es ist ferner in dem Dreieck Hoch-emmcrich, Wcrthansen, Atrop ein Römcrkastcll aufgedeckt. Z Auch diesmüssen wir der linken Rheiuscitc zuweisen.
') Jalirlnichcr der Altcrtnmsfrennde im Rbcinlandc 1K92.