Die bekannten fünf und neunzig -a,yejes vuryeri, ec. 237
72.
Wer aber wider des Ablaßpredigets muthwillige und frecheWorte Sorge tragt, oder sich bekümmert, der sey gebenedeyet.
73.
W e der Pabst diejenigen billig mit Ungnade und dem Bannschlagt, die zu Nachtheil dem Ablaß irgend auf einigem Weg han-deln :
74.
So viel mehr trachtet er, auf diejenigen Leute Ungnade undBann zu schütten, die unter dem Schein des Ablasses zu Nachtheilder heiligen Liebe und Wahrheit handeln.
75.
Des Pabsts Ablaß so groß halten, daß er einen absolviren odervon Sünden loS machen könne, wenn er gleich (unmöglicher Weisezu reden) die Mutter Gottes geschwächet hatte, ist rasend und unsin-nig seyn.
76.
Dagegen sagen wir, daß des Pabsts Ablaß nicht die allerge-ringste tagliche Sünde könne hinweg nehmen, so viel die Schuld der-selben belanget.
77.
Daß man saget, St. Peter, wenn er jetzt Pabst wäre, ver-möchte nicht, grössern Ablaß zu geben, ist eine Lästerung wider St.Peter und den Pabst.
7«.
Dawider sagen wir, daß auch dieser und ein jeder Pabst grös-sern Ablaß hak, nemlich das Evangelium, Kräfte, Gaben, gesund zumachen u. s. w. 1. Cor. 12, 6. 9.
79.
Sagen, daß das Creutz, mit des Pabsts Wapen herrlich auf-gericht, vermöge so viel, als das Creutz Christi, ist eine Gotteslä-sterung.
«0.
Die Bischöffe, Seelsorger und Theologen, die da gestatten, daßman solche Worte vor dem gemeinen Mann reden darf, werden Re-chenschaft dafür müssen geben.
81.
Solche freche und unverschämte Predigt und Ruhm vom Ab-laß macht, daß es auch den Gelehrten schwer wird, des Pabsts Ehre