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5 (1827)
Entstehung
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226
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226 Dr. M. Luthers knrze Vcrmahnung zur Beichte.

ein fröhlich Gewissen? Solche Beichte soll und muß ohn Unterlaßqeschehen, so lang wir leben; denn darin stehet eigentlich ein Christ-lich Wesen, daß wir uns für Sünder erkennen, und Gnade bitten.

Desselben gleichen die andere Beichte, so ein jeglicher gegen sei-nen Nächsten thut, ist auch ins Vater unser gebunden, daß wir un-ter einander unsere Schuld beichten und vergeben, ehe wir vor Gottkommen, und um Vergebung bitten. Nun sind wir insgemein alleunter einander schuldig, darum sollen und mögen wir wohl öffent-lich vor jedermann beichten, und keiner den andern scheuen; dennes gehet, wie man spricht: Ist einer fromm, so sind sie es alle! undthut keiner Gott oder dem Nächsten, was er soll.

Doch ist neben der gemeinen Schuld auch eine sonderliche, woeiner einen andern erzürnet hat, daß er es ihm abbikte. Also habenwir im Vater Unser zwo 'Absolution, daß uns vergeben ist, was wirverschuldet haben, beyde, wider Gott und den Nächsten, wo wir demNächsten vergeben, und uns mit ihm versöhnen.

Ueber solche öffentliche, tägliche und nöthige Beichte ist nundiese heimliche Beichte, so zwischen einem Bruder allein geschieht,und soll dazu dienen, wo es uns etwas sonderliches anliegt oder an-fichtst, damit wir uns beissen, und nicht können zufrieden seyn, nochuns im Glauben starck genug finden, daß wir solches einem Bruderklagen, Rath, Trost und Stärcke zu holen, wenn und wie oft wirwollen. Denn es ist nicht in Gebot gefasset, wie jene zwo, sonderneinem jeglichen, wer sein darf, heimgestellet, daß ers zu seiner Nothbrauche, und ist daher kommen und geordnet, daß Christus selbst die'Absolution seiner Christenheit in Mund gelegt und befohlen hat,uns von Sünden aufzulösen. Wo nun ein Hertz ist, das seineSünde fühlet und Trost begehret, hat es hier eine gewisse Zuflucht,da es Gottes Wort findet, und höret, daß ihn Gott durch einen Men-schen von Sünden entbindet und los spricht.

So mercke nun, wie ich oft gesagt habe, daß die Beichte stehetin zweyen Stücken. Das erste ist unser Werck und Thun, daß ichmeine Sünde klage, und begehre Trost und Erquickung meiner Seele.Das ander ist ein Werck, das Gott thut, der mich durch das Wort,dem Menschen in Mund gelegt, losspricht von meinen Sünden, wel-ches auch das fürnebmste und edelste ist, so sie lieblich und tröstlichmachet. Nun hat man bisher allein auf unser Werck trieben, undnicht weiter gedacht, denn daß wir ja reine gebeichtet hatten, und dasnöthigste ander Stück nicht geachtet noch geprediget, gerade, als wärees allein ein gut Werck, damit man Gott bezahlen sollte, und wodie Beichte nicht vollkommen und aufs allergenauestc gethan wäre,