Druckschrift 
5 (1827)
Entstehung
Seite
217
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Dr. M. Luthers Sermo» von Bereitung z. Sterben w. 217

ten, aus dem Glauben zu reissen. Es ist das lebendige und un-sterbliche Bild wider den Tod, den er erlitten, und doch mit sei-ner Auferstehung von Todten bezeuget, daß er überwundensey in seinem Leben. Er ist das Bild der Gnade Gottes widerdie Sünde, die er auf sich genommen, und doch durch seinen un-überwindlichen Gehorsam überwunden hat. Es ist das himmli-sche Bild, der verlassen von Gott, als ein Verdammter, unddurch seine allmachtige Liebe die Hölle überwunden, bezeuget, daßer der liebste Sohn sey, und uns allen dasselbige zu eigen gege-ben, so wir also glauben.

Zum vierzehnten: Zum Ueberfluß hat er nicht allein in ihmselbst die Sünde, Tod und Hölle überwunden, und uns vorge-halten, zu glauben, sondern zu mehrem Trost auch selbst die An-fechtung gelitten und überwunden, die wir in diesen Bilden haben.Er ist eben sowohl angefochten mit des Todes, der Sünde, derHollen Bilde, als wir.

Des Todes Bilde hielten sie ihm für, da die Jüden sagten:Er steige nun herab vom Creutze, er hat andere gesund gemacht,er helfe ihm nun selbst. Als sprachen sie: Da, da siehest duden Tod, du mußt sterben, da hilset nichts für. Gleichwie derTeufel einem sterbenden Menschen des Todes Bilde hervor rücket,und mit schrecklichem Bilde die blöde Natur schüchtert.

Der Sünde Bild hielten sie ihm für, da sie sagten: Erhat andern geholfen, ist er Gottes Sohn, so steige er herab -c.Matth, 27, 40, 42. Als sprachen sie: Seine Wercke sind falschund lauter Trügerey gewesen, er ist des Teufels Sohn, und' nichtGottes Sohn, er ist sein mit Leib und Seele, er hat nie keinGuts gethan, sondern eitel Bosheit. Und gleichwie die JüdenChristo diese drey Bilde zutrieben auf einmal, unordentlich untereinander: also wird der Mensch von denselben zugleich auf ein-mal unordentlich bestürmet, daß er irre werde, und nur baldeverzweifele. Wie der'Herr die Vcrstörung Jerusalem beschreibet,Lucä. 19, 43, 44, daß ihre Feinde sie umgeben mit einem Schutt,daß sie nicht aus können kommen, das ist der Tod. Zum andern,daß sie sie an allen Enden ängsten und treiben, daß sie nirgendbleiben können; das sind die Sünde. Zum dritten, daß sie sieniederschlagen zur Erden, und lassen keinen Stein auf dem an-dern; das ist die Hölle und Verzweifelung.

Der Hollen Bilde trieben sie zu ihm, daß sie sagten: Er ver-traue Gott, laß sehen, ob er ihn löse; er saget, er sey Gottes Sohn.Als sprachen sie: Er gehöret in die Hölle, Gott hat ihn nicht ver-