Druckschrift 
5 (1827)
Entstehung
Seite
162
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162 Dr, Martin Luthers tröstliches Büchlein rc.

gedcnckcn, und in der Zeit des Glücks deS Unglücks eindachtig sey».Denn der Heilige Geist weiß, daß eine jegliche Sache der Mensche»also gethan, geschickt und groß ist, wie gethan und wie groß dieMahnung der Menschen in ihnen davon überHand genommen hat.Denn das für nichtig und geringe gehalten wird, gibel uns wenigzu schicken, ctwan zu der Liebe, wenn es kommt, oder aber zu demSchmcrtzen, Leid und Betrübniß, wenn wie es verlieren. Dero-halben wendet der Heilige Geist allen Fleiß für, den Menschendahin zu bringen und bewegen, daß er von der Mahnung, Achtungund Liebe zu den Gütern nicht angefochten und beschweret werde.

Und wenn er das zuwege gebracht hat, so sind dem Menschenalle Dinge gleich und ohnunterschiedlich. Weil aber diese Abforde-rung am meisten durch die Rede geschieht, durch welche die Wal)nung von dem Dinge, das uns anficht, auf das Ding verlegetwird, das ctwan abwesig, oder aber gegenwartig ist, und uns den-noch nichts zu schicken gibet: demnach werden wir aufs allcrbil-ligstc allein durch die heilige Schrift Vertröstung haben, welche unsin unglückseligen Tagen abfordert, anzusehen etwa» die gegenwärti-gen, oder aber die zukünftigen guten Dinge, und dergleichen zuglückseligen Zeiten uns abfordert, die bösen Dinge anzuschauen.

Damit wir aber diese zwey Bildnisse desto baß begreifst» undfassen mögen, wollen wir einem jeglichen Bildniß sieben sonderlicheTheil geben. Denn das erste Bildniß wird haben die bösen Din-ge, die betrachtet werden. Zum ersten, die bösen Dinge innwendigim Menschen. Zum andern, die bösen Dinge vor dem Menschen.Zum dritten» die bösen Dinge nach dem Menschen, oder in derHölle. Zum fünften, die bösen Dinge zu der lincken Hand desMenschen. Zum sechsten die bösen Dinge zu der rechten Hand desMenschen. Und zum siebenten die bösen Dinge über dem Menüben,oder die obern bösen Dinge.

Der erste llurcrschcid, von den inwendigen bösen Dingen, diein dem Menschen selbst seyn.

Das ist gewiß und eigentlich wahr, es glaube es der Menschoder nicht, daß keine Pein, Schmertzen oder Beschwerung in deniMenschen so groß seyn mag, daß er das allerargste Uebel der bösenDinge, die in ihm seyn, empfindet. So gar viel mehr und grössere