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Borrode auf die Lateinischen und Deutschen Begrab-nißgesänge. 1546.
1. Paulus schreibt, 1. Thess. 4, 13, denen zuThcssalonich, daß sie über den Todten sich nicht sollen betrüben,wie die andern, so keine Hoffnung haben, sondern sich tröstendurch Gottes Wort, als die gewisse Hoffnung haben des Lebensund der Todten Auferstehung. Denn, daß die sich betrüben, sokeine Hoffnung haben, ist nicht Wunder, stnds auch nicht zu ver-dencken, nachdem sie ausser dem Glauben Christi sind, entwederallein dieß zeitlich Leben achten und lieb haben müssen, und das-selbe ungerne verlieren, oder sich nach diesem Leben des ewigenTodes und Zorns Gottes in der Hölle versehen müssen, und da-selbst ungern hinfahren.
2. Wir Christen aber, so von dem allen durch das theureBlut des Sohns Gottes erlöset sind, sollen uns üben und ge-wöhnen, im Glauben den Tod zu verachten, und als einen tiefen,starcken, süssen Schlaf anzusehen, den Sarg nicht anders, dennunsers Herrn Christi Schoos oder Paradies, das Grab nicht an-ders, denn ein sanft Faul- oder Ruhebette zu halten, wie es dennvor Gott in der Wahrheit also ist, wie er spricht, Joh. 11, 11:Lazarus, unser Freund, schlaft; Matth. 9, 24- Das Magdleinist nicht todt, sondern es schlaft. Also thut auch St. Paulus,1. Cor. 1.5, setzt aus den Augen alle haßliche Anblick des Todesin unserem sterbenden Leibe, und zeucht Herfür eitel holdseligeund fröhliche Anblick des Lebens, da er spricht, V. 43. 44. Eswird gesaet verweslich, und wird auferstehen unverweslich. Eswird gesaet in Unehre, (das ist, haßlicher, schandlicher Gestalt,)und wird auferstehen in Herrlichkeit. Es wird gesaet in Schwach-heit, und wird auferstehen in Kraft. Es wird gesaet ein natür-licher Leib, und wird auferstehen ein geistlicher Leib.
V. 9