Druckschrift 
5 (1827)
Entstehung
Seite
62
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62 Auswahl aus den Briefen Luthers.

kommen, daß ihr wider die Diener des Worts, wo sie auch einwenig stürmten, vollend gar rasen und mit aller Freyheit polternsolltet; sondern vielmehr hätte ich euch Einhalt thun und zure-den müssen, so ich gewußt, daß ihr ein Feind wäret. Mich wun-dert sehr, daß ihr liederlichen Papisten eure Sache so gern mitLügen und Schalckheit handelt.

Schämet euch doch vielmehr, daß ihr in eurer Sache weiternichts könnet, als lügen und trügen, als wenn das Licht nichtauch eure Finsterniß strafen würde. Hier sehet ihr, wohin es mitmeiner Warnung gemeynet sey. Sehet, wo ihr klug seyd, so ste-het ab von solchen schalckhaften und betrüglichen Griffen wideruns, die euch nicht gelingen werden, und lasset dem Worte Got-tes seinen Lauf.

Ich habe eure gifftigen Reime wider mich gesehen; wo ihraber fortfahret, werden sie euch selbst auf euren Kopf kommen.Gehabt euch wohl und thut Busse. Sonnabends nach Zubilate,1528.

Martin Luther,mit eigner Hand.

An Michael Stifel.

Gnade und Friede! Ich schicke euch, lieber Michael, waseuch gehöret, wie ihr aus beygefügtem Schreiben ersehen werdet.Ich wundere mich aber, wie es komme, daß ihr nichts an unsschreibet, oder befehlet, als wenn ihr unser vergessen hättet, daihr doch wisset, daß wir noch Geld haben, so eure Schuld ist, dasihr ja fordern würdet, wo ihr nicht etwa einen Schatz gefundenausser dem Weibe und Kindern. Schreibet doch also bald undmeldet, ob ihr noch Lust zu heirathen habet, und bittet auch fürmich, daß mein Glaube nicht aufhöre. Gehabt euch wohl inChristo. Den Abend vor Catharina, im Jahr 1528.

M. Luther.